Gedankenlos verärgert-amüsiertes Kopfschütteln
Als nun bei den ersten Vorhaben der neuen gelb-schwarzen Regierung neben allen Steuergeschenken allein das Hotelgewerbe mit einem besonderen Bonus bedacht wurde - und zwar, wie man immer wieder hörte, nur auf Drängen der FDP und mit Unterstützung der CSU -, wurde zwar von wirtschaftlich unsinniger, jedoch nachholender „Klientelbedienung” in der Presse gesprochen und abfällig der Kopf geschüttelt über diese scheinbar exzentrische & erste grillenhafte Westerwelle, die jedoch den bundespolitischen Strand mit ihrem steuerpolitischen Rollback wenig aufrührte.
Erst jetzt, nachdem bekannt wurde, dass der in der Schweiz residierende bayrische Milliardär Baron von Finck, dem u.a. der Gastronomie- & Hotelkonzern Mövenpick gehört, der FDP eine Millionen-€-Spende & der CSU etwas weniger für deren Kassen gestiftet hatte, sieht jeder, der an der Spruchweisheit, wonach eine Hand die andere wäscht, glaubt (und wer tut das nicht?), dass sein verärgert-amüsiertes Kopfschütteln über die insolente Exzentrizität der FDP (als Sachwalter der deutschen Hotellerie) gedankenlos war - angesichts des sich unabweisbar aufdrängenden Eindrucks, eil- & diensteifrig hätten die neu in die Regierung gekommenen Parteien, genau entsprechend des finanziellen Aufwands ihres spendablen Sympathisanten (die FDP vorneweg, die CSU hinterher) diesen unverzüglich ein Dankgeschenk gemacht.
Zeitlich kürzer ging´s wohl kaum - was aber ein dilettantischer Fehler war, machiavellistisch gesprochen. Ein bisschen Zeit, die ja alle möglichen Verwunderungen heilsam abmildert und naheliegende Zusammenhänge weitläufig entzerrt, hätten die Koalitionäre sich doch lassen sollen, um nicht zu auffällig zu werden.
So aber ist der direkte Zusammenhang zwischen Parteispenden & Steuergeschenken unabweisbar evident. Ihn auszusprechen, heißt nicht, ihn bloß zu mutmaßen oder ihn gar böswillig zu unterstellen, sondern ganz im Gegenteil: es genügt, einfach der Consecutio temporis und dem strengen Gebot der Wahrheit zu folgen.