Mit unbemannten Drohnen. Selbst zum Fliegen sind die Amis mittlerweile zu faul. Da lümmelt irgendwo im Mittleren Westen ein Couch-Potatoe mit seinem Joystick im Plüschsofa und steuert eine Killerbiene durch den Hindukusch. Es ist kein Wunder, dass die das übergewichtigste Volk der Welt sind. Sogar die Geheimagenten werden jetzt adipös. Von wegen Secret Service - Weight Watchers! Für den nächsten James Bond ist Otti Fischer im Gespräch. Arbeitstitel: „Iss an einem anderen Tag“.
Trotzdem: Um Deutsche wegzublasen, reichts. Und zwar je nach Gusto. Wenn der CIA Ihre Frisur nicht passt, kann Ihnen das Völkerrecht auch nicht mehr helfen. Da heißt es: Die hat Terror unterm Kopftuch, und dann hasta la vista, baby! Davon kann Stefan Mappus nur träumen.
Acht Deutsche hat die CIA in Pakistan ausgebombt. Deutsche Islamisten. Laut Süddeutscher Zeitung ist das der letzte Schrei in der Dschihad-Szene: Man verhüllt sich mit der hiesigen Staatsbürgerschaft. Ein schokoladenbrauner Taliban mit Vollbart, Kaftan, Kalaschnikow und pakistanischer Nationalität – da macht mans den Geheimdiensten zu leicht. Das haben die Allahbomber jetzt rausgefunden. Neuerdings tarnen sie sich: Schokoladenbrauner Taliban mit Vollbart, Kaftan, Kalaschnikow - und deutschem Pass. Eine Wahnsinns-Camouflage! Was ist da bloß schief gelaufen?
Diese Islamisten sind dumm wie ein Pfund Hammelkeule. Ich habs mir immer schon gedacht, wenn ich die Bilder aus diesen Ausbildungslagern gesehen habe: Zwei Dutzend keuchende Gotteskrieger kriechen unter einem Stacheldraht durch, der in 50 Zentimeter Höhe aufgespannt ist – jeder Dorftrottel würde oben drüber steigen! Reisen in diese Lager sollten nicht verboten, die sollten gefördert werden. Man muss dann am Flughafen nur noch einen Draht aufspannen, in einem halben Meter Höhe. Wer drunter durchrobbt, der ist es.
Anderseits: Es ist ja irgendwie beglückend, dass Leute das mittlerweile tun - sich als Deutsche auszugeben, um für harmlos zu gelten. Noch in den Neunziger Jahren wäre das undenkbar gewesen. Ich habe Mitte der Neunziger in Schottland studiert – meine Mitbewohner gingen immer in Deckung, wenn ich das Wohnheim betrat. Die hatten alle einen Atlantikwall um ihre Zimmer gebaut. Sie nannten mich 'Herman the German'. So viele Hitlergrüße wie damals in Great Britain kriege ich heute nicht mal in der Sächsischen Schweiz. Beim Semester-Abschlussfest hab ich mich dann übrigens gerächt. Ich hab' mir zwei Packungen Thüringer aus Deutschland schicken lassen und zum Grillen spendiert. Sie haben sie reingeschlungen, als wäre Alkohol drin. „Oh, Herman, that's so nice. They were delicious.“ - „Yummy, weren' t they? They're made of jews.“
Aber das ist vorbei. Zwei Fußball-Weltmeisterschaften haben gereicht, uns zu Kuschelgermanen umzulügen. So nachhaltig, dass wir jetzt als Maskerade für Dschihadisten herhalten müssen. Und die haben derartiges Vertrauen in ihrn Mullahschanz, sie stellen sogar Filmchen von sich ins Internet. Ist Ihnen übrigens die Diskrepanz schon mal aufgefallen: Da sitzen mittelalterliche Typen in Hochgebirgshöhlen, ernähren sich von dem, was sich in ihrem Bart verheddert, aber drehen coole Videos in High Definition. Wer macht das für die? Naja, die Öffentlich-Rechtlichen streichen immer mehr Stellen. Als deutscher Kameramann muss man auch sehen, wo man bleibt. Und wenn man auch schon für ein Drittes Programm gearbeitet hat – also, ästhetisch ist al-Quaida ambitionierter.
Man sollte Barack Obama mal stecken: Warum in die Ferne ballern, wenn das Schlechte so nahe liegt? Wenn er rückständige Deutsche sucht, die in einer Gebirgsprovinz hocken und Bekenntnisfilmchen drehen, braucht er nicht zum Hindukusch. Die gibt’s auch bei uns. Sogar ihr Name klingt irgendwie arabisch: „Dahoam is Dahoam“. Und ob jetzt Pakistan oder Deutschland – Hauptsache, die Frisur missfällt. Die Rest interessiert die nicht die Drohne.

