Thomas Kistner: Fifa-Mafia Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) Andrea Maria Schenkel: Finsterau Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 13:21

Kennzeichen T - 14.12.2010

14.12.2010

Zum Shooting nach Afghanistan

Es gibt Hoffnung am Hindukusch. Stefanie von und zu Guttenberg besucht Afghanistan. Ja, es geht auf Weihnachten zu, und da weiß eine Thronfolger-Gattin, was von ihr erwartet wird. Die Fahnen sind  gehisst, der Glühwein kalt gestellt, emsige kleine Hände knüpfen die letzten Maschen des roten Teppichs, denn: Sissi kommt zu ihren Regimentern! Das ganze Land wird sofort ihrem Charme erliegen. Ein Wort von ihr - und es wird Frieden herrschen: »Bitte, Rittmeister Karsai! Machens a parlamendarische Demokradie! I wünsch mirs so oarg!«

 

Eine Kolumne von MATHIAS TRETTER

 

Angeregt haben den Besuch die deutschen Soldaten. Es sei der Wunsch der Truppe gewesen, der Minister solle endlich mal seine Gattin herzeigen. Nach all den Kriegsfilmen der letzten Jahrzehnte muss man allerdings annehmen, dass sich die Truppe beträchtliche Illusionen über den Auftritt von Frau zu Guttenberg macht. Eine geborene Bismarck in Reizwäsche auf dem Spürpanzer Fuchs, da ist die Etikette vor. Die deutschen Frontsoldaten werden sehr enttäuscht sein, was ihnen die Heimat da schickt - »Kömmt hier her und mach sisch nich ma naksch!« Früher nannte man das Dolchstoßlegende.

 

Nein, Anlass der Reise sind selbstverständlich andere Motive. Und um diese Motive auch angemessen einzufangen, ist eine ganze Armada von Photographen vor Ort. Karl Theo haben wir in Hubschrauber und Splitterschutzweste gesehen, jetzt ist Steffi dran. »Zum Shooting nach Afghanistan« - diese Schlagzeile wird auch im englischsprachigen Ausland wohlwollend aufgenommen werden.

 

Es ist natürlich ein Klischee, dass die Guttenbergs nur photogeil sind. Was ihnen in Afghanistan mindestens genauso am Herzen liegt, sind die Fernsehbilder. Steffi zu Guttenberg ist ja das Gesicht von RTL II. Möglicherweise wird ein Pilot für eine neue Sendung gedreht. Lockvögel des Senders treffen sich mit Dschihadisten in einem Cafe in Kundus und bieten ihnen eine Steinigung an. Dann werden die Mullahs solange mit den Aufnahmen konfrontiert, bis sie zu Opus Dei konvertieren. Und im Studiointerview  fragt Frontfrau Stefanie drei Kiesel, warum sie sich werfen lassen wollten.  

 

Wie man hört, ist auch Johannes B. Kerner Teil der Delegation. Nachdem ihm zugetragen wurde, dass Taliban kein Schweinefleisch essen dürfen, hat er sich spontan entschlossen, nach seiner Sendung zwei Tonnen Gutfried-Geflügelwurst über ihren Moscheen abzuwerfen. Er hat einen A 380 von Air Berlin organisiert, der den Transport übernimmt; aus Konzernkreisen war zu erfahren, es sei - Zitat - »für den Aktienkurs des Unternehmens günstiger, die Mühle abschießen zu lassen, als sie ständig zu reparieren.«

 

Für nächste Woche hat sich dann Wolfgang Kubicki in Afghanistan angekündigt. Er sucht weltweit nach einem Land, in dem die FDP mehr Akzeptanz erfährt als in Deutschland. Und Weihnachten schließlich feiert Hamid Karzai mit Christine Neubauer. Als Geschenk will sie zehntausend Beautybücher mitbringen: Burka und Vollweib - das muss sich nicht ausschließen! Außerdem hat sie versprochen, sich für einen baldigen EU-Beitritt Afghanistans stark zu machen. Sie wünscht sichs halt so oarg!


Flattr this

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

Algen und glitschiges Heu

Das erste im Haus Rose ist der Geruch, noch vor allem anderen, noch bevor es die drei kleinen Stufen runtergeht in den ersten Flur: Der Geruch, und ich denke: Leichenhalle. Das ist ...

Auch Kevin kauft nur Vinyl

Gestern erschien das neue Album von ClickCLickDecker. Sein erstes Livealbum heißt Du Ich Wir Beide Zu Den Fliegenden Bauten. Bei Seinem zweiten Konzert ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...