Angeregt haben den Besuch die deutschen Soldaten. Es sei der Wunsch der Truppe gewesen, der Minister solle endlich mal seine Gattin herzeigen. Nach all den Kriegsfilmen der letzten Jahrzehnte muss man allerdings annehmen, dass sich die Truppe beträchtliche Illusionen über den Auftritt von Frau zu Guttenberg macht. Eine geborene Bismarck in Reizwäsche auf dem Spürpanzer Fuchs, da ist die Etikette vor. Die deutschen Frontsoldaten werden sehr enttäuscht sein, was ihnen die Heimat da schickt - »Kömmt hier her und mach sisch nich ma naksch!« Früher nannte man das Dolchstoßlegende.
Nein, Anlass der Reise sind selbstverständlich andere Motive. Und um diese Motive auch angemessen einzufangen, ist eine ganze Armada von Photographen vor Ort. Karl Theo haben wir in Hubschrauber und Splitterschutzweste gesehen, jetzt ist Steffi dran. »Zum Shooting nach Afghanistan« - diese Schlagzeile wird auch im englischsprachigen Ausland wohlwollend aufgenommen werden.
Es ist natürlich ein Klischee, dass die Guttenbergs nur photogeil sind. Was ihnen in Afghanistan mindestens genauso am Herzen liegt, sind die Fernsehbilder. Steffi zu Guttenberg ist ja das Gesicht von RTL II. Möglicherweise wird ein Pilot für eine neue Sendung gedreht. Lockvögel des Senders treffen sich mit Dschihadisten in einem Cafe in Kundus und bieten ihnen eine Steinigung an. Dann werden die Mullahs solange mit den Aufnahmen konfrontiert, bis sie zu Opus Dei konvertieren. Und im Studiointerview fragt Frontfrau Stefanie drei Kiesel, warum sie sich werfen lassen wollten.
Wie man hört, ist auch Johannes B. Kerner Teil der Delegation. Nachdem ihm zugetragen wurde, dass Taliban kein Schweinefleisch essen dürfen, hat er sich spontan entschlossen, nach seiner Sendung zwei Tonnen Gutfried-Geflügelwurst über ihren Moscheen abzuwerfen. Er hat einen A 380 von Air Berlin organisiert, der den Transport übernimmt; aus Konzernkreisen war zu erfahren, es sei - Zitat - »für den Aktienkurs des Unternehmens günstiger, die Mühle abschießen zu lassen, als sie ständig zu reparieren.«
Für nächste Woche hat sich dann Wolfgang Kubicki in Afghanistan angekündigt. Er sucht weltweit nach einem Land, in dem die FDP mehr Akzeptanz erfährt als in Deutschland. Und Weihnachten schließlich feiert Hamid Karzai mit Christine Neubauer. Als Geschenk will sie zehntausend Beautybücher mitbringen: Burka und Vollweib - das muss sich nicht ausschließen! Außerdem hat sie versprochen, sich für einen baldigen EU-Beitritt Afghanistans stark zu machen. Sie wünscht sichs halt so oarg!

