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Freitag, 25. Mai 2012 | 13:35

GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil XXXII

29.10.2011

ANDERS EINKAUFEN IN DER BURG

Mit Igor und Rocko bildet Italosolber eine Zelle namens »Doppelschlag«. Das Zellenziel ist die Ausweitung des Einzelhandels auf die Burg im Ganzen: für Leute, die das gernegroße »anders einkaufen« anders auffassen als Norberts Vorsage lautet. Das sind »die Preisbewussten«. Kriminalität braucht Kreativität, nur chillen im Stillen zieht noch keinem die Schuhe aus. Jedermann zu große Strickjacken, gemacht für »den neuen Menschen« aus den Karpaten, in einer Überflussgesellschaft unterzubringen, ist keine Kleinigkeit. 

 

Eine Fortsetzungsgeschichte von TANJA und JAMAL TUSCHICK

 

ELEKTRISCHE ZIGARETTEN

Plötzlich steht Texas als fleischgewordener Alptraum vor Boris. »Keine Angst«, knurrt der Gangster. »Der Tag der Abrechnung steht fest in der Zukunft.«

Boris denkt an das fliehende Pferd, er hat es nie gelesen. Er muss sich setzen auf Steine, Steine essen kein Brot. Sie trinken keinen Schnaps und reiten nicht in den Sonnenuntergang. Steine sind einfach nur Steine.

Die Humboldtstraße sagt: »Du bist so lone star sexy?« Sie steuert Texas an. Texas bittet den Messeturm, für ihn einzuspringen. Die Humboldtstraße verzieht sich mit einer Schnute. An ihrer Stelle entsteht ein Graben für die Geologen. Das Nordend war auch schon eine Wüste und ein tropischer Regenwald und das Stammesgebiet der Mescalero Apachen, bevor sie nach Indien weiterzogen. Man kann den Kontinenten nicht verbieten, sich zu verschieben.

»Durst ist schlimmer als Heimweh«, sagt Texas erklärend.

Immer wieder tut sich die Erde auf, um über diese lächerlichen Kernschmelzen nach Japanerart zu lästern. Was ne richtige Kernschmelze ist, das hat noch kein Mensch gesehen.

Das Theatergärtchen erscheint als floraler Pickel. Ein paar Crossies leiden unter ihren Füßen wie Landser ohne Panzer. Herr hilf,

 

Fotos: Robert Schuler Fotos: Robert Schuler

aber der Herr hilft nicht.

»Hat doch kein Mensch für möglich gehalten, dass du nur wegen«, nimmt Boris neuerlich den dünnen Faden seiner Verteidigung in Angriff.

»Wenn man den Dingen auf den Grund gehen will, dann darf man ganz einfach nicht den heißen Brei nach Athen tragen«, entgegnet Texas. »Zumal heutzutage nicht, da selbst die Kamele inzwischen nach Strich und Faden an der Nadel hängen.«

Boris: »Wie recht du hast und wie schön du sprichst.«

Texas: »Doch wird davon die Küche nicht sauber.«

 

Boris bietet Texas seine Schürze an, als ein Stück Erinnerung mit Geruch. Norbert paddelt auf dem Lavastrom heran, Boris hilft ihm aus dem Beiboot.

»Guck ma, Nobbi, wir haben Besuch«, relativiert Boris die Negation aus Bullerbü. Doch hat Texas schon seine Gestalt gewechselt. Er ist jetzt eine Wespe, die brummt.

Die Einbildungen gehen vorüber. Es geht alles vorbei, auch das Klo und der König und so auch eine Schubkarre voller Handkäs. Das ist die Wahrheit, sie kommt am Ende doch immer zum Licht wie eine kalkuttanische Motte.

 

Die Wahrheit liegt naturgemäß im Handkäs. Heimlich trinkt Norbert Apfelwein. Er steckt voller Marotten, ein verstopftes Meerschweinchen nach Art des Hauses. Der Bembel gärt in der Kühlung.

Kein Ansinnen ohne Ansehen der Person, denkt Norbert, aber wie soll er das Boris erklären. Eine Wespe nervt am Tresen, die Erde rülpst nach einer gesegneten Mahlzeit von drei Kraftwerken.

»Es gab da doch diesen, der damals du weißt schon«, hebt Norbert an, es ist zu früh für Prost. Man stößt nur auf dem Vernehmen nach.

 

Der Apfelwein wässert die Kulturen in ihren Trakten. Der Mensch an sich ist vor allem Pilz. Vielleicht sollte man es einmal mit elektrischen Zigaretten versuchen, anstatt den Fortschritt immer nur zu problematisieren.

 

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Fast so manieriert wie das Nordend, das Frankfurter Prenzlau. Dann passt´s ein Stück rein.
| von Uli, 30.10.2011

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