Thomas Kistner: Fifa-Mafia Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 13:35

GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil XXXIII

18.11.2011

WIE SOCKEN, DIE SICH SCHÄMEN

»Wir sind viel zu sehr wider besseren Wissens. Wie Socken, die sich schämen sollten, so sind wir«, sagt Boris versonnen.

»Ist vielleicht ein Fehler, Gläser zu spülen«, komplettiert Norbert den Gedankenflug seines persönlichen Homies. »Es gibt ja nicht nur Scheinschwangerschaften.«

»Richtig«, ergänzt Boris, »das Leben besteht nicht nur aus Ponyhöfen. Man muss auch dem Ernst der Lage Gelegenheit zum Beispiel geben.«

 

Eine Fortsetzungsgeschichte von TANJA und JAMAL TUSCHICK

 

Mithin ist beschlossene Sache, dass Gläser nicht mehr gespült werden. Alles andere wäre auch nicht schöner. Wie gut sie sich verstehen, der Hausmeister und sein Liftboy. Mein Hausmeister und sein Liftboy, um genau zu sein. Bei mir dürfte Boris noch nicht mal die Schuhe in eine Reihe stellen. Vielleicht ließe ich mich erweichen, ihn Spiel mir ein Lied von deinem Tod pfeifen zu lassen. In einem schwachen Moment vielleicht. Ich wechsle die Gestalt, um auf den Tresen zu hauen, erst jetzt sehe ich, dass Norbert einen Büstenhalter trägt. Dieses Ungeheuer aus Bodenhaltung hat die Augenbrauen gezupft. Was steigt demnächst aus den Abwässern? Ich sehe ihn schon geschminkt, den Norbert. Begleitet von den Rohrbachstraßenvetteln auf dem Weg zu seinem coming home out of the blue. - Und Kleineglatze gibt Tipps. - Und Italosolber schwenkt ein halbes Dutzend geklauter Handtaschen zur freien Wahl. So demokratisch.

Das kann ich meinem Hausmeister nicht durchgehen lassen.

 

Fotos: Robert Schuler Fotos: Robert Schuler

DAS VIERTE GESCHLECHT

Als Südhesse bist du quasi begabt. »Wir gehen jetzt in die Pornografie«, heißt es deshalb auch oft. Dann heißt es abwägen, schließlich kann kein Mensch gleichzeitig mit dem rechten Bein im linken Ohr einen Dreivierteltakt halten. Der Schmalz kommt für kleines Geld auch den Wohlhabenden zugute. Die Wohlhabenden müssen sich viel anhören, aber auch manches einstecken. Über diese Angelegenheit wird im öffentliche Raum gesprochen, bis ganz nach oben, wo das Nordend nur noch ein Gremium isst.

 

Es hat noch kein guter Kerl ein Eis in der Burg zum Schmelzen gebracht. Die Burg steht auf der Spitze von Frankfurt und im Zentrum der Ereignisse, die da genannt werden in der richtigen Reihenfolge Schnaps. Bis 1782 wohnte der Weltgeist ständig in der Burg, seitdem pendelt er zur Erweiterung seines Horizontes. Gleichzeitig ist die hessische Mundart seiner Aussprache erhalten geblieben. Man wundert sich schon, wieso der Weltgeist Hesse ist. Ist aber so als Tatsache. Der Weltgeist fühlt sich sehr zurückgezogen, seit der Apfelwein ihn blind auf einem Auge gemacht hat. Mit dem Norbert will er sowieso nichts zu tun haben, den Norbert kennt ihr doch noch alle als Kermit. Nach einem halben Dutzend Geschlechtsumwandlungen konfiguriert er jetzt als das Vierte Geschlecht. Er hat so Klappen in seinen Fußsohlen, die zu Versorgungsschächten führen. Ernährt wird er mit Kalk, für einen Hausmeister gar nicht übel. Tanja kümmert sich rührend um ihn, das kann der Weltgeist nicht verstehen. Der Weltgeist findet, dass man Norbert unbedingt schiffal verklappen müsse, aber Tanja jedoch möchte Norbert als schlechtes Beispiel behalten wegen der Vollständigkeit einer Sammlung von schlechten Beispielen.

 

In dubio pro porno, sagt man demnach auch immerzu. Man sagt auch, aus einem Schuh kann man viel trinken. Mithin bleibt nur per penis ad astra cum laude.

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Öko oder Nazi - Hauptsache Pirat!

Die gute Nachricht zuerst: Die Polizei hat diese Woche bei einer Razzia in Nordrhein-Westfalen zwanzig Wohnungen durchsucht und drei Rechtsextreme im Alter zwischen 18 und  20 Jahren ...

Maler der Farben und Formen

Üppige Figuren und bunte Farben sind die Markenzeichen des kolumbianischen Malers Fernando Botero. Anlässlich seines 80. Geburtstags zeigt die Galerie Samuelis Baumgarte Bilder, ...

Schweizer Käse!

Fromage suisse!

Swiss Cheese!

Andreas C. Studer wollte mit Meine Schweizer Kühe seiner Heimat, Herkunft und den Lieferanten seiner Kochzutaten ein Denkmal setzen. Ein Anhang mit Rezepten aus Milchprodukten soll ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Lämmer in der Obhut von Wölfen

Das europäische Mittelalter war nicht gut zu Frauen – zumindest wenn wir heutige Kriterien anlegen. In jedem Fall aber war es eine schlechte Zeit für die wenigen Frauen in ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Feier der Tonalität

Bei den großen Musikfestivals, in Salzburg, Luzern oder Verbier, kommt Jazz, wenn überhaupt, allenfalls als Kuriosität am Rande vor, am ehesten noch in der Gestalt des »Third ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...