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Freitag, 25. Mai 2012 | 13:38

GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil XL

28.01.2012

URLAUBSSPERRE

»Und du fährst einfach nach Gran Canadia«, lappt Rocko. Ich musste ihm das schließlich sagen, weil er nicht in der Wohnung bleiben kann, wenn ich währenddessen wegwärts außer Haus bin. Ich möchte im Ausland nicht von der Vorstellung heimgesucht werden, nach meiner Heimkehr fremdes Frauenhaar aus meinem Bett klauben zu müssen. Der Eifersucht´ Zenit ist überschritten, mich agitiert nur noch die Selbstachtung. Man überlässt einem Mann so viel und trotzdem kommt man am Ende mit Krümeln zum Schluss. Sowenig übrig bleibt von einer für alle.

 

Eine Fortsetzungsgeschichte von TANJA und JAMAL TUSCHICK

 

Man storniert seine Hoffnungen, verlegt seine Flüge und geht spazieren auf dem nasskalten Hauptfriedhof. Das Elend am Straßensaum, die Bettler vermehren sich, als hätten sie nichts Besseres zu tun. Die Tankstelle macht es auch nicht mehr lange. Jetzt ist sie erst mal dicht. Ich könnte sonst wo hingehen an einem freien Abend im Januar, zehn Minuten später animiere ich Jenny Bauchfleisch und erfreue mich sogar im Ernst an einem kurzen Schulterschluss. Dieses castle ist mein home, in dieser Suhle wälze ich mich, wem habe ich nicht alles ein frohes Jahr gewünscht.

»Setz dich«, sagt Mike, »ich habe schon gehört.«

»Wass´en?«, frage ich gleichgültig. Es hat ja immer irgendwer irgendwas gehört.

»Dass es dich fortzieht auf Sohlen aus leichtem Moos. Das eine sei dir unbenommen, das andere geht nicht. Dir bleibt die Wahl zwischen den Möglichkeiten.«

»Was heißt das, wenn es dir lieber ist?«

»Urlaubssperre bis 2021.«

»Ich bin eine Diebin«, halte ich dem König von mir selbst beleidigt entgegen.

»Noch nichtma dafür reichts. War lediglich bloß Zweckentnahme.«

Das ist sein letztes Wort von Bedeutung, wir spielen Teekesselchen. Das Geplänkel wird Nacht und Betrunkenheit. Ein neues Mädchen heißt Finja, die Welt starrt auf seine Titten. Auch das Klo soll mal ganz toll gewesen sein, kurz nach der Währungsreform, die zur Reichsmark Ade sagte. Als im Veilchenhof noch der Flipper stand, und Norbert seine Zähne insgesamt besaß.

»Rocko wird sich freuen«, sage ich mir, und ein Anderer verkündet im Off: »Fühlt euch alle gefickt - und du dich ganz besonders.«

 

Fotos: Robert Schuler Fotos: Robert Schuler

DIE TIEFE BURG - Noch spricht Texas aus dem Off

Liebe Mofu und assoziierte Wichtel, heute wollen wir über die tiefe Burg reden. Sie wird genauso geleugnet wie die tiefe Türkei, aber natürlich besteht sie in einem Zustand der »Übererhabenheit«. Viele fühlen sich erhaben, manche sind es auch, doch »übererhaben«, eine Verkürzung, die jeden Zweifel ausschließt, man beachte das Formulierungskunststück, also »übererhaben«, so dann über jeden Zweifel, das können nur Leute mit dem Plan sein, auf dem die alten Anschlüsse verzeichnet sind. Der König kam zu dem Papier in der Todesstunde seines Vaters, des alten Königs und Gebieters über zwei, drei erhebliche Nordendsachen, so wie den Veilchenhof und die Burg, bis zu der Zeit der Spanier. Der alte König hieß Michael, wie dann auch sein Sohn vor der Amerikanisierung. Man nannte ihn Diamant-Michel, da seine Dynastie in den schwächeren Phasen nach großen Kriegen ihren Teil aus Schwarzmärkten zog, Teppiche und Schmuck nicht zuletzt, ein Edelsteinchen für ne Stiege Kohlen und nein sagen, konnte auch keiner. Der Diamant-Michel galt für abgefeimt, er musste noch nicht mal so tun als ob nicht. Nur um mich auszuweisen, nenne ich noch den Namen seines Spezies, jetzt klingelt es dreizehn auch noch bei dem letzten Mofu. Das war der Otto Wundersamen, die stille Hand des Nordends. Ich habe den wundersamen Otto noch persönlich mit Recht auf Begrüßung gekannt. Er hatte sich seinen Stil bei den Amerikanern abgeguckt und fuhr auch solche Autos. Wenn es darauf ankam, dann zählte er noch nicht mal bis drei. Er hasste Verschwendung so sehr, dass er einen Mann aus der Kaste der Unberührbaren beschäftigte, der nachts die Mülltonnen abklapperte. Dessen Sohn oder Enkel ist heute als Traktor unterwegs. Ottos Sohn wurde von Diamant-Michel gezeugt, es hätte deswegen beinah Tote gegeben. Soviel für heute, liebe Kinder gebt fein Acht, ich habe euch ein paar guns mitgebracht. Respect your barrio.

 

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