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Freitag, 25. Mai 2012 | 13:40

 

Foto: Robert Schuler Foto: Robert Schuler

GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil II

26.02.2011

VERBRECHER UNTER ZUCKERSTREUERN

Auch Größenwahn ist Leistungssport. Was wurde nochmal aus Edita Abdieski? Britta ist jetzt mit Rübezahl Naturkost befreundet, angeblich wohnt auch Peter Lerchbaumer in der Humboldtstraße. Boris will wissen, wie der Darsteller den Einbürgerungstest fürs Nordend geschafft hat. Er riecht nach dem Birnenschnaps von eben. Sport treibend sollte er gegen seine miserable Haltung vorgehen. Die Last der Länge für einen Rücken.

 

Eine Fortsetzungsgeschichte von TANJA und JAMAL TUSCHICK

 

»Gekauft hat er den bei Bio-Basic Instinct«, erklärt Britta. In ihrer beiläufigen Art feiert sie mit Boris das Fest der Zugehörigkeit im Engtanz, und ich fühle mich ausgeschlossen, als unsentimental-krisenfeste Person. Kulturell abweichend vom hesslichen Mainstream mit ihrem Glauben an die selbstreinigenden Kräfte gelegentlicher häuslicher Inklusion. Man muss nicht alles nach außen tragen.


Antje, die Traumatisierte, fühlt sich auch ausgeschlossen und verlangt darum das komplizierteste Procedere der Milchkaffeezubereitung. Das heißt, den Kaffee extra im größten Milchkännchen (einem mitgegangenen Einzelstück) und in der kleinen Wanne die Milch zweistufig geschäumt. Bei den Zuckerstreuern kann Antje heikel werden. Es gibt sagenhaft schlechte Zuckerstreuer, fragt man Antje. Das sind regelrechte Verbrecher unter Zuckerstreuern. - Und auch die Löffelfrage kompliziert sich unter Umständen.

Norbert telefoniert mit dem Handapparat, das sieht man nicht alle Tage. Der Tag scheint um halbsechs schon erledigt. Im sparsamen Gebrauch des Taschentelefons unterscheidet sich Norbert vorsätzlich von anderen Chefs.
»Die Nase steckt im Verkehr«, verkündet er.
Die Nase bezeichnet den Künstler. Seit Texas weg ist, gestattet Norbert sich ständig ein offenes Wort. Die Welt entgleist zu jeder vollen Stunde, ein Bembel kippt, das gab es noch nicht.
Stoffelig findet Norbert den gekippten Bembel. Kaputt ist der Bembel nicht gegangen. Neulich sagte Tamo im Feinstaub über uns: »The Stoffels are in the house.« Die Ampeln unseres Einverstandenseins leuchteten auf. We are the Stoffels of the world, und alle Geschichte ist Weltgeschichte. - Und wer die Burg hat, dem gehört die Welt. (Das müssen Sie an dieser Stelle noch nicht begreifen.)
Britta hat extrafeine Schokolade mitgebracht und mir noch kein Stück ganz ausgesprochen angeboten. Sonst bin ich bei ihr immer die Erste. Werd nicht pinzig, rate ich mir.

 

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Das Klo kommt mit Schellen an. Das Klo ist Koch in der Kooperative neben dem Gernegroß. Die Schellen trägt es als narrative Bestandteile einer Kappe, die das Klo seit Jahren durch den Winter begleitet. Die ferneren Monate verbringt sie im Dreikäseeck der kooperativen Küche. Dann hat die Kappe Bodendienst.
Leutselig setzt sich Norbert direkt neben das Klo. Das sieht wie eine Begegnung zwischen einem vormodernen Menschen und seinem erschöpften Überwinder aus. Dem Klo ist es gelungen, seine BaföG-Schulden bis zum Offenbarungseid nicht zurückzubezahlen. Es könnte überhaupt nicht versichert sein. Es greift in eine Brezelschale, die später noch von Gästen gekauft werden soll. Boris serviert ihm einen doppelten Espresso mit Laktose. Ich lege Brezeln nach. Gernecrossies individualisieren sich in der Weise wie sie Brezeln in die Schalen bringen. Es kursieren diverse Vorstellungen vom Brezelverbrauch. Niemand vermutete einen höheren Brezelverbrauch an seinen Diensttagen als Texas seinerzeit. Nach ihm musste kein Mensch mehr auffüllen. Man erklärte sich das mit seiner vergleichsweise frühen Nachkriegsgeburt. Er soll seine Alterseinsamkeit bei Toni im Horst absitzen.
Tonis Horst steht über dem Gernegroß auf der falschen Straßenseite. Ich habe davon nur gehört. Angeblich soll Toni den Kulturpreis der SPD kriegen und sogar im Aldi schon Autogramme gegeben haben. Auf was die Leute immer so kommen.
Britta war schon oft im Horst, so dass sie dem Gernegroß aufs Dach spucken konnte. Sie möchte irgendwas zur Abwechslung.
Antje: »Abwechslung ist doch furchtbar.«
Boris: »Abwechslung wird völlig überbewertet.«
Norbert: »Abwechslung führt unmittelbar in die Pädophilie.«
»Pädowas?«, schreit Antje, obwohl selbst sie Pädophilie kennt. Abiturwörter verärgern sie. Ich vermute da einen Zusammenhang mit ihrer Gesäßlastigkeit. Gefäßhaftigkeit ginge auch, wenn man wuchtig im Sinn hat.
»Gehts noch?«, fragt Britta. Das hat auch nichts zu sagen.

 

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