»Gekauft hat er den bei Bio-Basic Instinct«, erklärt Britta. In ihrer beiläufigen Art feiert sie mit Boris das Fest der Zugehörigkeit im Engtanz, und ich fühle mich ausgeschlossen, als unsentimental-krisenfeste Person. Kulturell abweichend vom hesslichen Mainstream mit ihrem Glauben an die selbstreinigenden Kräfte gelegentlicher häuslicher Inklusion. Man muss nicht alles nach außen tragen.
Antje, die Traumatisierte, fühlt sich auch ausgeschlossen und verlangt darum das komplizierteste Procedere der Milchkaffeezubereitung. Das heißt, den Kaffee extra im größten Milchkännchen (einem mitgegangenen Einzelstück) und in der kleinen Wanne die Milch zweistufig geschäumt. Bei den Zuckerstreuern kann Antje heikel werden. Es gibt sagenhaft schlechte Zuckerstreuer, fragt man Antje. Das sind regelrechte Verbrecher unter Zuckerstreuern. - Und auch die Löffelfrage kompliziert sich unter Umständen.
Norbert telefoniert mit dem Handapparat, das sieht man nicht alle Tage. Der Tag scheint um halbsechs schon erledigt. Im sparsamen Gebrauch des Taschentelefons unterscheidet sich Norbert vorsätzlich von anderen Chefs.
»Die Nase steckt im Verkehr«, verkündet er.
Die Nase bezeichnet den Künstler. Seit Texas weg ist, gestattet Norbert sich ständig ein offenes Wort. Die Welt entgleist zu jeder vollen Stunde, ein Bembel kippt, das gab es noch nicht.
Stoffelig findet Norbert den gekippten Bembel. Kaputt ist der Bembel nicht gegangen. Neulich sagte Tamo im Feinstaub über uns: »The Stoffels are in the house.« Die Ampeln unseres Einverstandenseins leuchteten auf. We are the Stoffels of the world, und alle Geschichte ist Weltgeschichte. - Und wer die Burg hat, dem gehört die Welt. (Das müssen Sie an dieser Stelle noch nicht begreifen.)
Britta hat extrafeine Schokolade mitgebracht und mir noch kein Stück ganz ausgesprochen angeboten. Sonst bin ich bei ihr immer die Erste. Werd nicht pinzig, rate ich mir.