Thomas Kistner: Fifa-Mafia von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 13:41

 

Foto: Robert Schuler Foto: Robert Schuler

GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil III

05.03.2011

ALS GERÜCHT AUS DER ZEIT

Norbert redet so parfümiert, es muss sich demnach um jemanden Bedeutsamen an seiner Seite handeln. Meine Zugänglichkeit zieht sich zurück wie auf einer Spule. - Vielmehr wie auf einer Achse des untröstlichen Selbsts. Ich denke an meinen Vater im Bus, alle anderen Väter fuhren im Auto zur Arbeit. Schulmädchen standen für meinen Vater auf, er ernährte die Familie mit Verzicht. Er kaufte mir Zigaretten, als ich in dem Alter war, in dem man heimlich raucht. Es gab da noch einen Sohn als Gerücht aus der Zeit vor meiner Mutter, die liederliche Verachtung für Leute von Fehmarn, diese inzestgeplagten Kohlköpfe, mit denen mein Vater verwandt ist.

 

Eine Fortsetzungsgeschichte von TANJA und JAMAL TUSCHICK

 

Norbert versucht in seiner Mädchenleichenhaftigkeit etwas Verschwörerisches. Ich bin ihm soviel wichtiger als der mit Alkohol geschmierte Mr. Right der Kultur. Wir sind Freunde seit dem ersten Park, wie wir Crossies sagen … zu dem alljährlich wiederkehrenden Ausflug des Gernegroß in den Grüneburgpark. Wo wir dann, wenn der Sommer zu Sturm neigt, eine Zeltstadt errichten. In einem prächtigen Tornado rettete Texas die Kasse und Boris verlor sein Stirnband, während Planen sich dem Wind anvertrauten. Damals untertrieb Boris seine Größe, das macht er nicht mehr. Es hat etwas sehr Bequemes, sich aufzurichten, wenn man mit einszweiundneunzig akkreditiert ist.

 

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Die Welt schien ein Witz für Texas zu sein. Ich schenkte ihm Zigaretten, auf meinem Fahrrad flogen wir nach Bornheim. In seinen Betrachtungen schrumpfte die Erde zum Dorf. Frankfurt zu kennen, war eine Art von Reichtum, wenn man Texas in die Winkel seiner Wahrnehmung folgte. Einem Bornheim-Defender nahm er die Kutte im Turmstübchen ab. Er küsste April King. War man mit ihm unterwegs, dann lag hinter jeder Einfahrt ein Garten. Wiederholte man den Ritt ohne ihn, dann gab es nur noch Einfahrten. Dann war das Schmale Handtuch nicht mehr die Kneipe, in der Jörg Fauser die Bornheimer Finnin erkannt hatte, sondern bloß eine Abfüllanlage namens Kevin´s Treff, und der Markt am Uhrtürmchen blieb eine schlappe Angelegenheit für Ahnungslose.

Wir korrespondieren in unseren Träumen. In unseren Träumen verzeihen wir uns und vergessen das gleich wieder. Mr. Right hätte gern noch einen halben Rotwein, wie beschränkt ist das denn?
»So beschränkt wie gewöhnlich«, sagt Norbert bei Gelegenheit. Er will nicht erst den Kühlschrank abtauen müssen, nach dem Ableben von Mr. Right in nächster Zukunft. Er ist so bedürftig wie ein Liebhaber.


NACHRUF

Blutwurst-Bernd ist tot. Bis zum Schluss wohnte er bei seiner Mutter in der Lortzingstraße. Er war der Fleischmann im Nordend, von Haus aus Koch. Jeden Abend verzehrte er Weizenbier in der Gaststätte Frank … als die freundliche Harmlosigkeit in Person. Es ist schon so: Die Armleuchter räumen ihre Plätze für die Arschlöcher.

 

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