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Freitag, 25. Mai 2012 | 13:43

 

Foto: Robert Schuler Foto: Robert Schuler

GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil VI

26.03.2011

FALSCH GEKLATSCHT

Entschärfungen im Rausch. Ihre bellizistischen Oppositionen. Jede Macht bildet Rebellen aus und lehrt sie, im Sand zu lesen. Wenn er die Künstlerin einfach besteigen könnte, würde Norbert dann soviel Aufhebens machen um die Aschenbecher und wie die Bestuhlung ist? Und wie wieder falsch geklatscht wurde vorhin. All die Dreckswörter des Verzichts, aus denen die Stilisierungen kommen. Vom Hochamt der Bewirtung spricht keiner und nicht vom Segen voller Gläser ...

 

Eine Fortsetzungsgeschichte von TANJA und JAMAL TUSCHICK

 

Die Mechanik dieses Paradieses verlangt im Augenblick nachträgliche Auffüllung als zusätzliche Arbeit entweder für Boris.

»Kein Problem«, sage ich. Mein Eifer ist etwas Übriggebliebenes aus der Kindheit, ein sanfter Schock. Boris kann seine Überlegenheit als Barchef gerade gut gebrauchen. Mich rührt das. Ich trage Schuhe wie zum Wandern, was weiß ich denn. Ich ziehe einen Kasten heran, greife die leeren Flaschen ab. Norberts Wohlwollen begegnet mir wie eine falsche Zigeunerin, die Künstlerin sieht der Mann auf jeden Fall mit anderen Augen. Ich flüstere mir die Wörter meiner Unerreichbarkeit zu, der Weg zur Tür ist so breit wie der Strand, an dem mein Leben anfing. Im Schankraum der Burg erfriert die Belagerung des Stammtischs. Der Ofen ist aus. Der König grunzt trotzdem vor Vergnügen. Sein Fürst rülpst, das Klo macht subalterne Geräusche. Ein paar Namenlose rauchen an gegen die Erstarrung, den Wundkrampf und schweres Fieber.

»Noch was los bei euch?«, fragt der König namens Mike.

Ich zähle die Gestalten am Gernegroßtresen mit all ihren Namen und Eigenschaften auf. Das habe ich von Texas gelernt, der nichts unwichtig findet, es sei denn, das Große und Ganze als von Gott verfehlt.

»Könntest du?«, fragt der Fürst bescheiden, so doch nicht nur für sich und seinen Herrn. Auch der Abschaum soll die Welt in ihrer Fülle kennenlernen. Es ist egal, dass schon an sämtlichen Urinalen vorbeigepinkelt wurde. Darum geht es nicht – und warum sollte ich das wissen?

 

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Ich bitte den Kasten um Geduld und entere die Kommandobrücke mit Eroberungsempfindungen. All die Tafeln mit den toten Sängern und Turnern des Ersten Weltkriegs im Raum.

 

Da, wo das Bier wohnt, da bin ich daheim, denke ich sinnlos hessisch. In der Burg wird der Äpfelwein nur an Gäste abgegeben, die Herrschaften und ihre Trabanten trinken Slawenbier und saufen Slivowitz aus der Gegend, wo Igor (der Fürst) einst aussichtsloser Homie war. Eine schmutzige, am Fersen verarmte Socke, wie Texas sagt. Ich überschwemme ein Tablett, die Männer sind affiziert. Abschüssig erscheint der schnurgerade Korridor zum aktuellen Konzentrationslager für Flaschen. Das Gernegroß nimmt ein Eckchen in Anspruch. Eine Kochjacke hängt da, die gehört da nicht hin. Die Ecke wird von Burgnasen konsequent zugeeimert. Das kann kein Zufall sein und ist zweifellos auch ein Einwand gegen Boris. 

 

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