Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 13:44

 

Foto: Robert Schuler Foto: Robert Schuler

GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil XIII

21.05.2011

HAMBURGER MÜLLTONNE

Vertieftes Blau, sage ich, und Boris bespricht Aussparungen in den blauen Wänden der Zentralbar: Morgens um zwei ist seine »gastronomische Prominenz« genau das Richtige. Der große Spülboy gibt erst mal ihm die Hand. Das will er auf keinen Fall versäumt haben vor Ablauf der Frist in diesem idealen Camp. (Er hat schon ein Gesicht für seine Ratlosigkeit in nächster Zukunft.) Vielleicht ist ihm Boris in einer Dunkelkammer an der nächsten Ecke schon mal anders vorgekommen, mit dem »bi« vor dem Komma seiner Ungezwungenheit. Das »bi« ist so selbstverständlich, dass noch nicht einmal Texas etwas davon weiß. Doch stimmt etwas nicht mit Boris´ Bidinx.

 

Eine Fortsetzungsgeschichte von TANJA und JAMAL TUSCHICK

 

Hier sind alle DJ´s oder einfach nur heiß darauf, den Nachtbetrieb auf Emporen zu erleben. Rocko geht das furchtbar auf die Nerven. Klar, gibt’s keine Kurzen in einer Cocktailkneipe, und keinen Klaren, der halbe Liter für gefährliche Viereurozehn. Mein Leevster ist mir so recht in seiner Frankfurtverachtung. Diese Stadt macht so viel von sich her und trägt so dick auf, dabei passt sie komplett in eine Hamburger Mülltonne. Was sind das überhaupt für Leute, diese Pornopersonen mit gezupften Augenbrauen und Anstecknadeln in den Brustwarzen? Mir kommt gleich die Spritsuppe aus der Armenspeisung im Gernegroß hoch, mitsamt dem Oeder Weg. Vertieftes Blau wird maßlos überbewertet, und wer braucht Aussparungen in den Wänden? Ich meine Aussparungen! A-u-s-s-p-a-r-u-n-g-e-n! H-a-l-l-o!

 

Foto: Robert Schuler Foto: Robert Schuler

»Jetzt kriegt sie wieder ihre Attacke«, verkündet Boris abgeklärt. Ja, manchmal widerfährt mir das Wunder eines Ausnahmezustandes, so überreguliert bin ich auch schon auf Texas losgegangen, und der ist dann bibbernd vor mir zurückgewichen, so wie einmal bei Dave seinem Geburtstag, was habe ich den Mann abgeschrubbt, zur Verwunderung sämtlicher Crossies.

 

Heute Nacht ist der Botschafter von Malawi fällig. M-a-l-a-w-i-e: Wo liegt das überhaupt? H-a-l-l-o! M-a-l-a-w-i-e! Bitte kommen. Der Botschafter war den ganzen Abend auf der Autobahn, während ein Stoßtrupp Gewerbetreibender im Gernegroß immer unruhiger wurde, in Erwartung seiner gruseligen Eminenz. Jetzt, wo ihn keiner mehr braucht, staubt er Getränke ab. Ich sag zu ihm in meinem falschen Hessisch: »Über dich hawwe se schon in der Bibel geschribbe: Sie hüllten sich in Lumpen und irrten ziellos umher.«

 

Der Botschafter versteht kein Hessisch. Sein Englisch ist auch nicht so, dass man denkt: Ohlala, wass´en Botschafter und Weltcharmeur. Ist vielleicht gar keiner, sondern bloß wieder so ein eingecremter Rosenverkäufer.


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