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Freitag, 25. Mai 2012 | 13:44

 

Foto: Robert Schuler Foto: Robert Schuler

GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil XIV

28.05.2011

WEIHNACHTEN

Rauch verwandelt den Saal in ein Fass. Ein Brezelbub steigt aus seinen Hosen. Ibu will sich bei facebook abmelden. Er hat sich vorher noch mit der Versandapotheke Allgäu angefreundet. Kokett bezichtigt sich Antje der Internetstalkerei. Ramsauer fordert Klapprechner statt Laptop. Britta verzichtet auf einen Rückruf. »Nicht schon wieder«, sagt sie.

 

Eine Fortsetzungsgeschichte von TANJA und JAMAL TUSCHICK 

 

Morddrohung gegen Selena, weil sie Justin Bieber küsste.

»Es muss alles anders werden«, verkündet Norbert.

»Damit nichts mehr so ist, wie Texas es kannte«, vervollständige ich ihn.

Er trinkt keinen Dornfelder mehr deswegen. Ich bin gut auch darin, Norbert zu entschlüsseln. Er hat sich für mich so weit nach vorn geworfen und die Brust aus dem Hemd gerissen, dass ich nicht umhin komme, das als verschämte Verehrung eines Klemmpissers zur Kenntnis zu nehmen. Hier bin ich die Henne auf dem Haufen und die hessischen Hähne krähen kurios von unten nach oben.

 

»Ich wär so gern Gans anders oder wenigstens Christian Anders«, singt Boris in seiner Verlegenheit. Er wäre am liebsten zu allen nett, an sich ist das kein Fehler.

»Weißt du, das kann nicht immer richtig sein«, sage ich vorsichtig. Ich will die Stimmung nicht beschädigen, die sich für uns gerade ergeben hat. So kurz vor Weihnachten und im härtesten Winter aller Zeiten. Streuvorräte werden weltweit knapp, sogar in Australien.

 

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Weil alles anders werden muss, wird das Gernegroß in diesem Jahr Weihnachten ungefähr zu Weihnachten feiern und nicht erst zu Ostern wie sonst. Zu den Neuerungen gehört im Weiteren eine Technikerkanzel, die sich wie eine Loge über den Tresen erhebt. Gelobt sei jeder, der mit einer neuen Losung aufschließt. »Das wollen wir so nicht mehr sagen«, ist zur stehenden Redewendung geworden. So tüttert denn jedermann im Gernegroß vor sich hin - und ich wehre mich dagegen, eine Instanz zu sein für die letzten Fragen. Lieber fülle ich Gläser, wieder und wieder. In unserer Geselligkeitsdiktatur steht der Brezelbub nun nur in Socken auf der Bühne.

»Ist das schon für Weihnachten?« fragt Antje. »Oder gehört das noch zum Advent?«

Sie erreicht die Pegelstufe wein-erlich. Das heißt kurz vor Schnaps - und Zorn auf Typen, die Antje nicht hübsch finden. Sie wird noch lange mit ihren dicken Schenkeln zu tun haben.

 

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