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Freitag, 25. Mai 2012 | 13:45

 

Foto: Robert Schuler Foto: Robert Schuler

GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil XIX

09.07.2011

TEXAS RANGER IM NORDEND

Eine Apfelweinpresse aus vorelektrischer Zeit wird in die Burg geschafft. Fünf Männer wuchten an ihr herum, sie soll auf einen Vorsprung über dem Eingang. Man ist so ungeschickt, das Blut schwimmt schon in Apfelwein, obwohl der Tag vor dem Abend gelobt werden müsste. Nordend-Defender bestehen auf einen Bruch der Hausordnung, sie wollen Süßgespritzten, auch mit Cola süß gespritzt, also Korea. Und so wird ihnen eingeschenkt, das habe ich noch nicht beobachtet.

 

Eine Fortsetzungsgeschichte von TANJA und JAMAL TUSCHICK

 

»Lass sie doch«, sagt der König in aller Gemütsruhe. Er hat das bestimmt noch nie erlaubt, sowenig wie sein Vater und sein Großvater so was erlaubt haben. Diese Defender betragen sich wie Landsknechte. Zurzeit nennen sie sich Texas Ranger, Texas zuliebe. Sie geben mir zu verstehen, dass sie Bescheid wissen und dagegen sind. Ich stelle einen Anschein von gleichgültiger Ahnungslosigkeit zur Schau, ich arbeite jetzt auch regulär in der Kooperative, von der keiner mehr spricht. Die Leute gehen wieder in die Burg zum Apfelwein, so wie ehedem vor den letzten Demokraten. Der König stärkt mir den Rücken, indem er freundlich zu mir spricht. Lasst die oder das Tanja in Ruhe, heißt das, wenn ihr hier weiter Limonade zugesetzt kriegen wollt. Das Magermodel Isabelle Caro ist tot, jemand beschwert sich wegen Lippenstift an einem Glasrand.

»So was darf nicht passieren«, sagt der König. In seinem Reich geht die Sonne nie auf. Da herrscht ein anderer Ton als im Gernegroß. Dafür dürfen wir angezogen sein, wie wir wollen. Ich weiß, wie man die Musik zum Handkäs macht, ich habe auch schon mit dem Klo zusammen in der Küche gearbeitet. Allmählich kapiere ich die texanische Behauptung, dass man die Burg von der Gaststätte aus deuten muss, um das Ganze mit dem Gernegroß zu verstehen. Von dieser Einsicht sind reine Crossies abgeschnitten, so wie ich auch die längste Zeit.

 

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Boris kommt gut durchblutet an, er hat Schnee beiseite geschafft. Um diese Zeit ist er in der Oberwelt zugelassen. Er muss mit Mike abrechnen.

»Das machen wir später«, sagt Mike. Das heißt, schleich dich nach unten, Mädchen, obwohl Boris den Schnee vor der Gaststätte geräumt hat. Das ergibt sich in der Konsequenz neuer Anordnungen. Mike kann Crossies ausleihen, ich war dabei, als Norbert deshalb konsultiert wurde.

»Wir ziehen alle an einem Strang«, heißt die Überschrift gewendeter Verhältnisse. Ich möchte, dass Boris noch einen Augenblick bleibt, er soll sich nicht deklassiert fühlen als mein liebster Kollege und ausdauernster Verehrer. Ich schenke ihm einen Fernet ein, komm schon, dieser mikelige Egoschwupp kann doch einen Hinduisten nicht erschüttern. In diesem Augenblick erscheint jedoch Grete in der Burg. Das ist die Frau, der Boris seine Erkenntnisse über die Härten des Geschlechterkampfes verdankt, vielleicht ist er immer noch in sie verliebt. Grete ist außerdem die von Kopf bis Fuß tätowierte Vorstandsdame der Defender. Sie strebt ihrem aktuellen Favoriten entgegen, einem anderen Mike. Boris übersieht sie zuerst, dann sieht sie ihn doch nur um zu fauchen: »Wenn ich an Texas´ Stelle wäre, gäbe es dich nur noch verkrüppelt.«

»Texas hat sich das alles nur eingebildet«, sage ich, und der König sagt zu Grete: »Das ist Tanja. Ihr beiden Spezialistinnen seid euch wohl noch nicht begegnet.«

 



 

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