MEHR MERLOT oder DER HIMMEL IM AUSSCHNITT
Fleckenstein fährt Extremitäten aus. Über ihm jaulen Triebwerke. Frankfurt wird pausenlos überflogen. Ein Flugzeug kriegt die Kurve nicht. Kriegt sie doch. Die Maschine schraubt sich nur noch einmal in den Himmel. Als kosmischer Dübel sieht der Himmel fabelhaft aus. Der letzten Zitronenfalter gibt sich dann auch noch die Ehre.
Wie gesagt, dass Dach ist abgedeckt. Ein Sturm soll es bis zum Unfallkrankenhaus mitgenommen haben.
»Mehr Merlot«, jubelt Fleckenstein.
Boris hat den Mantel zu den Putzdingen unter dem Zwillingstiefbecken getan. Der Hut behaust die Espressotassen auf der Kaffeemaschine. Die Kaffeemaschine spricht über homosexuellen Kadavergehorsam, es hört ihr indes keiner zu. Antje verteilt Decken an die Gäste, Tanja ist noch mal vorsichtshalber. Die Klingel zitiert Säumige auf ihre Plätze.
Norbert beobachtet die Ausfahrt von landing flaps. Wie die gespreizten Flugfedern einer landenden Krähe verbreitern sie Tragflächen. Sie ziehen sich wieder zusammen, der Pilot startet durch. Sein Dings gewinnt heulend Höhe. Manche Passagiere können nicht an sich halten und veröffentlichen schreckliche Befürchtungen. Norbert vernimmt das Geschrei im Himmel, er hört auch das Gras wachsen. Wie mit Schaufeln geschlagen, fühlt er sich. Dabei wurde Norbert von Fleckenstein nur erfasst.
»Fabelhaft«, schreit Fleckenstein. Das kann sich auf die Show nicht beziehen, vor ihrem Anfang ist noch nicht alles zu Ende. Die Technikerkanzel ist noch gar nicht besetzt. Ibu steckt in einer Meinungsumfrage im Milieu des Kassenhäuschens.
»Grandios«, schreit Fleckenstein. Er kann doch nur den Merlot meinen und nicht etwa das Publikum in Decken. - Oder den Himmel im Ausschnitt.
Jetzt hat Fleckenstein Boris am Wickel.
»Fräulein«, schreit Fleckenstein, »sitzen sie auf deinen Ohren oder hörst du deinem Gehör grundsätzlich nicht zu.«
»Nu ist aber mal gut«, entgegnet Tanja tapfer vom Klo zurück.
»Ibu«, schreit Norbert. Er zappelt in Fleckensteins Fängen.
