Fleckenstein entdeckt eine Dame … in einer strikt auf Taille getrimmten Kostümjacke, in der sie wie in einem Mieder steckt, das, so will es die Raffinesse, an eine Rüstung erinnert. Mit ausgestellter Aufmerksamkeit und echter Unruhe verfolgt sie die Einstimmung. Enorm intensiv, findet Fleckenstein die Dame. Er rumpelt gleich mal hin, vorstellen muss er sich ja nicht. Sogar an der Copacabana hat ihn ein Milcheisfachverkäufer schon einmal mit einer lokalen Größe verwechselt. So ähnlich sieht Fleckenstein der Bedeutung an sich. Er schubst den links von der Dame vom Stuhl. Die Höflichkeit gebietet ihm zu sagen: »Das ist mein Platz. Fragen Sie das Fräulein mit dem pavianösen Steiß s´il vous please, Arschloch.«
Die Dame zupft an sich herum, dabei sitzt alles tadellos. Zur Abwechselung wendet sie sich dem rückwärtigen Publikum zu, zeitnah in ihrer Tasche wühlend. Ein Flakon ist darin ausgelaufen, das Parfüm tränkt Leder. Fleckenstein schließt die Augen. Die Atmosphäre im bis auf den letzten Stuhl bemannten Raumflug soll ihn wie eh und je gefangen nehmen. Er ist so ein Kunstgenießer. Noch werden Instrumente gestimmt. Oder ist das schon das Konzert?
Die Flugzeuge donnern als weiter, das Gernegroß steckt in der eisernen Klammer der Konzentration. So muss sich das nach dem Krieg angefühlt haben, als man mit Kohlen ins Theater. Im Tross des Russen war auch Sibirien angekommen. Fleckenstein schreit: »Merlot.«
Die Leute klatschen, man scheint sich inzwischen sicher zu sein, dass die Veranstaltung angefangen hat. Folglich passt die Pause vorzüglich ins Bild. Manche vermuten den Abtritt im Kassenhäuschen, Fleckenstein schreit Merlot. Die Gebildeten halten das für einen französischen Kommentar. Die Dame muss auch mal, sie nutzt die Gelegenheit, um fort zu bleiben. Dabei hatte man sich doch so gut.