Stolz und obenauf am Ende
Für das Ensemble ist das eine große Herausforderung, es muss nicht nur sprechen und spielen und singen, sondern im Singen seinen Gesang auch brechen und im komödiantischen Spiel den Ernst der Sache zeigen. Wenn ihm das nicht gelingt, bleibt vom Stück nur ein Karussell aus Kirmesnummern, ein bunter Abend für das Breitenpublikum vielleicht, das sich an Huren und Zoten delektieren kann.
Dem Ensemble des Münchner Volkstheaters ist dieser schwierige Balanceakt in der Inszenierung von Christian Stückl gut gelungen. Insbesondere die junge Sybille Lambrich bestach als Polly Peachum, staksend und verhuscht zu Beginn, stolz und obenauf am Ende. Als große Nummern zeigte sie nicht zuletzt Rudyard Kiplings Kanonensong und Brechts Barbarasong, dem Lied vom Ja und Nein – vom Nein, das sie allen anständigen Männern sagte und vom Ja, das ihr Mackie Messer abverlangte.
Da behielt ich meinen Kopf nicht oben,
und ich blieb nicht allgemein!
Ach, es schien der Mond die ganze Nacht,
Und es ward das Boot am Ufer losgemacht,
Und es konnte gar nicht anders sein.
Ja, da muß man sich doch einfach hinlegen,
Ja, da kann man doch nicht kalt und herzlos sein!
Ja, da mußte so viel geschehen,
Ja, da gab's überhaupt kein Nein.
Was auch aus einer kleinen Rolle gemacht werden kann, zeigte Thomas Kylau als Sergeant, der in Gestik und Körpersprache wahrhaft großes komisches Talent bewies.

