Mark Twain: Huckleberry Finn
24.11.2005
Auf der Silberscheibe den Mississippi runter"Tom Sawyer klappte die Kinnlade runter und er klappte sie nicht wieder hoch." Eine derartige Reaktion braucht der Hörer nicht zu fürchten, wenn er sich von der sanft-angerauten Stimme von Ken Duken in die geheimnisvolle Welt der Romanfiguren von Mark Twain entführen lässt. Generationen von jungen Lesern vertieften sich seit dem Erscheinen des Romans 1884 in die aufregenden Abenteuer aus dem Süden der USA.
Huck und der Sklave Jim sind mit einem Floß auf der Flucht. Der Vater des Jungen, der vom Schatzfund seines Sohnes erfuhr und ihn entführte, ist ihnen auf den Fersen. Der Aufmacher von "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" ist sehr eng mit "Tom Sawyers Abenteuer" verbunden, in dem Mark Twain die Charaktere der handelnden Personen ausführlich beschrieben und die Abenteuer bei der Schatzsuche vorgestellt hat.
Dieser Roman von Samuel Longhorne Clemens, wie Mark Twain eigentlich hieß, ist für viele, auch für Ernest Hemingway, der Beginn der neuen amerikanischen Literatur. Twain kannte sich bestens aus am Mississippi, arbeitete er doch drei Jahre lang als Lotse auf diesem mächtigen Strom. Die grandiose und schonungslose Komik dieses Romans aus dem Milieu der schwarzen Sklaven und weißen Herren zählt zu den großen Vorzügen des Buches. Dabei wäre es völlig verfehlt, sich als politisch korrekter Zeitgenosse an einem Begriff wie "Nigger" zu stören, der von Twain en masse eingesetzt wird. Damals war dies eben der Name für die Afroamerikaner. Und es gibt keinen Grund, von dieser Authentizität abzuweichen. Daran hat Sonja Hartl in ihrer neuen Übersetzung zum Glück auch nicht gerüttelt.
Mehr als fünf Stunden hält Dukens nicht nachlassende Vorlesequalität an. Ein Tipp: Vorher unbedingt "Tom Sawyer", gelesen von Leander Haussmann, anhören!
Klaus Hübner
Mark Twain: Huckleberry Finn
Gelesen von Ken Duken
4 CDs, Laufzeit: 313 min.
Erschienen bei: tacheles!
ISBN 3-936186-90-1
Preis: 22,50 ¤