Die Eselsmütze der Woche geht an Klaus Zumwinkel. Kontostand: 50 Millionen Euro, Jahresverdienst: 3 Millionen und ein paar Aufsichtsrats-Zerquetschte - und was macht der Seppel? Lässt die Spritztouren seiner Frau von der Firma bezahlen. Schon bei der mickrigen Million, die er am Finanzamt vorbeigeschleust hat, dachte man sich ja: Hoppla! Da hat die Gier aber ordentlich an der Hirnrinde geknabbert. Und jetzt das Tankgeld für Mutti. Das Ganze ist derart doof, vielleicht hat Zumwinkel ja einen psychischen Defekt. Posttraumatisch - ist doch bei ihm gar nicht unwahrscheinlich.
Wegen der Telekom-Affäre wird ebenfalls gegen ihn ermittelt. Warum, darüber gibt es bislang nur Gerüchte. Er soll firmeneigene Abhörgeräte als Babyphon vermietet haben. Die Gewinne gingen direkt auf sein Konto in Liechtenstein. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Gesamtsumme von bis zu 89 Euro aus.
Aber ich sehe es schon kommen: 2008 - das wird Zumwinkels Jahr. Es wurde ja auch mal Zeit, dass jemand Josef Ackermann an der Spitze der deutschen Ekelcharts ablöst. Sonst wird der noch überheblich. Es geht natürlich auch auf die Präsidentschaftswahlen in den USA zu. Im November wird der Weltranglisten-Erste im Unten-Durch-Sein abtreten - und langsam bringen sich die Unsympathen weltweit in Position. Wer wird das nächste Größtwiderling?
Von Barack Obama ist in der Hinsicht ja nicht viel zu erwarten. Obwohl ich ihm seit seiner Kandidatur alles zutraue. Ein Dunkelhäutiger mit einem arabischen Namen, dessen Vater Kenianer ist und der zum Teil in Indonesien aufwuchs - es gleicht schon einem Wunder, dass er überhaupt an Guantanamo vorbei gekommen. Die Demokraten sind trotzdem nicht uneingeschränkt begeistert. Die Hautfarbe ist
ein Thema. Aber er gilt auch als Intellektueller. Sowas wird gar nicht gerne gesehen. Obama kann ganze Sätze bilden, weiß wo Asien liegt, und wird von den Europäern gemocht - das kann ihm im Mittleren Westen den Sieg kosten.
Schwächling, heißt es dort, wenn einer schon mal ein Buch gelesen hat. Eine Verlegenheit, in die George W. Bush nie gekommen ist.
Sogar die ernstzunehmenden amerikanischen Zeitungen bringen diesen Vorwurf: Obama ist zu gebildet. Eine gewisse Unwissenheit wird für das höchste Amt schon erwartet. Das amerikanische Schulsystem trägt dem seit langem Rechnung: In der staatlichen Highschool wird alles getan, um den Schülern den Weg nach oben nicht durch Bildung zu verbauen.
Das zweite Problem der Demokraten ist Hillary Clinton. Die müssen sie unauffällig verklappen. Ich würde sagen, falls es mit der Vizepräsidentschaft nichts wird - im Weißen Haus ist bestimmt auch eine Praktikumsstelle frei.
Wenn ich schon mal bei würdelosen Tätigkeiten mit Kniebelastung bin: Die Fußball-EM ist eröffnet! Mitte der Woche kam die Entwarnung. Kontrolleure der Internationalen Atombehörde sind mit dem Geigerzähler durch das EM-Stadion in Klagenfurt gegangen - ohne Ergebnis. Der slowenische Versuch, die Europameisterschaft durch ein radioaktives Störmanöver zu verhindern, ist gescheitert. Nicht genug, dass die eigenen Gruselkicker sich nicht qualifiziert haben, selbst bei Atomunfällen sind die Slowenen zweitklassig. Dass ein paar Becquerel aus ihrem fauligen AKW Krsko im Nachbarland nichts bewirken, hätten sie sich auch denken können. In Kärnten sitzen die Verstrahlten in der Landesregierung.
Zuletzt noch eine gute Nachricht von der Raumstation ISS: Die Toilette wird repariert. Endlich. Die Astronauten hatten bereits mit Mietminderung gedroht. Sie hatten ganz schön Schiss, aber es hat geklappt: Die Hausverwaltung schickt einen Klempner. D.h. die Ersatzteile. Montieren müssen sie selber. 30000 Kilometer Anfahrt - das hätte sich die NASA nicht leisten können. Bleibt nur die Frage: Wer hat den Lokus eigentlich kaputt gemacht? Also, mich würde es nicht wundern, wenn Klaus Zumwinkel…aber: Nicht ärgern lassen!
©Mathias Tretter
Mathias Tretter: Deutschland. Ein Gummibärchen. Audio CD 2007
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