Speech Debelle: Freedom of speech Digitaler Rückblick: Januar 2012 von Michael Ebmeyer GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil XLI TATORT (ORF) - Kein Entkommen (05.02.2012) Eine Deutschemichelnachtzipfelzubettgehtirade
Donnerstag, 09. Februar 2012 | 15:55

Audio: Mathias Tretters Wochenrückblick (KW 52)

21.12.2009

Nicht ärgern lassen

Die Steuersenkungspartei FDP und die Wachstumsbeschleunigungspartei CDU, im Duett auch bekannt als ‚Bundesregierung‘, haben letzte Woche ihren Haushaltsentwurf für 2010 verabschiedet: Lässige 85,8 Milliarden Neuverschuldung. Das ist … ähm … viel. Woche 52

 

Aber so viel brauchen wir. Sagt Wolfgang Schäuble. Und er hat ein schlagendes Argument: Vor 80 Jahren nämlich seien die Nationalsozialisten an die Macht gekommen, weil der Staat nicht angemessen auf die Wirtschaftskrise reagiert habe. Und das darf natürlich nicht noch mal passieren. Dagegen stemmt er sich, der ehemalige Innenminister: Gegen die Nazis, die in ihren Verstecken in der Sächsischen Schweiz nur darauf warten, dass die Bundesregierung spart, um dann vom darbenden Pöbel an die Macht geputscht zu werden. Man kann also behaupten: Der neue Haushaltsentwurf ist ein Fanal gegen Rechts.

Und Schäuble setzt damit natürlich auch ein Zeichen gegen Bayern. Gerade ist rausgekommen, die Bayerische Landesbank hat fast vier Milliarden Euro in die Finanzierung des Austrofaschismus gesteckt. Noch unter Stoiber hat sie eine Institution mit dem Namen Hypo Alpe Adria erworben, ihres Zeichens Hausbank von Jörg Haider. In Kärnten. Das ist die Sächsische Schweiz von Österreich. Michael Kemmer, der Ex-Chef der BayernLB hat den Kauf begründet mit den „landesmannschaftlichen Verbindungen zwischen Bayern und Kärnten.“

Jajaja, das hat man ja schon immer geahnt, dass da eine Wesensverwandtschaft existiert zwischen dem Haider Jörgl und dem Stoiber Edi. Dort der Gröfatzke aus Klagenfurt, hier das blonde Fallbeil. BZÖ und CSU - der Unterschied ist minimal: Wenn ein CSUler besoffen ist, fährt er andere tot. Und wird dann Verkehrsminister.

Jedenfalls, mit dem Geld aus Bayern hat der Haider Jörgl die Kärntner beschenkt. Er wollte ja in die Geschichte eingehen. Und da muss man seinem Volk ein bisschen was hinterlassen. Autobahnen gabs schon. Also hat er eine Seebühne gebaut. Und ein Schlosshotel am Wörthersee.

Und damit auch die Bayern zufrieden waren, wurde am Balkan investiert. Am Balkan! - eine Region die weltweit bekannt ist für einwandfreies Geschäftsgebaren. Es ist immer wieder faszinierend, was man der selbstverknallten CSU alles verhökern kann. Die haben sich in den letzten sechzig Jahren in eine Allmacht hinein fantasiert - wenn Sie auf einem CSU-Parteitag einen Herzinfarkt erleiden, Sie können sicher sein, Seehofer wird selber operieren: Einen Katheter aus einer Kuli-Hülse gebastelt, und rein damit - Rohr verlegen kann er ja.

Ähnliche Kompetenz herrscht bei den Finanzen. Es ging los am amerikanischen Immobilienmarkt. Dort hat die BayernLB zwei Milliarden versenkt. Ich konnte das anfangs gar nicht glauben. Waren Sie schon mal in einem amerikanischen Haus? Ein Stockwerk, Möbel aus Plastik und drei Viertel der Wohnfläche vom Eisschrank belegt - wer spekuliert denn freiwillig mit solchen Buden? Erwin Huber. Menschen, die im bayerischen Wald in einer Höhle groß geworden sind.

Und solche Menschen geben eben auch Milliarden für die Bauprojekte von kroatischen Ex-Politkern. Oder für Leasing-Geschäfte mit Luxuslimousinen in Bulgarien - wurden von der Hypo Alpe Adria finanziert, ich erfinde das nicht. Leasing! In Bulgarien!! Das bedeutet dort, dass man ein geklautes Auto in Zahlung gibt.

Nächstes Jahr ist Fußball-WM. Ich bin gespannt. Spätestens wenn Andorra Weltmeister wird, wissen wir, wo die Balkan-Jungs die bayerischen Gelder noch investiert haben. Die Wett-Quote liegt bei 1:15000. Wäre doch ein Tipp für Schäuble: Er müsste nur 5,7 Millionen setzen, dann hätte er die Neuverschuldung wieder drin. Man mag von kroatischen Buchmachern halten, was man will - seriöser als die FDP sind sie allemal. Nicht ärgern lassen!

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Grass sei Dank

Wie wichtig - um nicht zu sagen: wie notwendig - der dreiundachtzigjährige Literaturnobelpreisträger Günter Grass für (nein: besser) gegen den deutschen ...

Movie Mystery Theater 1931

»Kino ist ein besonderer Ort, an den wir gehen können, um etwas zu sehen.« So erklärt Hugo Cabret sein zentrales Motiv. Die Worte, die mit ...