Ich fand Yps-Hefte immer so dermaßen 90er, dass – im Laufe der Recherche für diesen Text – die große Überraschung war, dass es sie seit 1975 gab, ihre große Zeit Ende der 70er, Anfang der 80er hatten, und von da aus ging es stetig bergab, bis sie 1999 eingestellt wurden. Die Geschichte der Yps-Hefte ist eine Geschichte, die man persönlich erzählen muss, man kommt nicht drumrum, aber das schöne – und bemerkenswerte – an Yps ist, dass das Heft mit seinen Gimmicks eine kollektive Erfahrung ist, irgendwo in der Schublade von Wetten dass..? oder vom Disney Club.
Yps ist für mich mit den 90ern verknüpft, weil ich es da entdeckte. Ich bin 1983 geboren, und als ich, es müsste 1992 oder so gewesen sein, meine erstes Yps-Heft in den Händen hielt, war ich genau in der immer angepeilten Zielgruppe präpubertierender Jungs kurz vor der Bravo. In dieser Zeit war ich meistens ein Detektiv, einmal untersuchte ich zusammen mit meinem besten Freund den Fall eines an unsere Schulwand gesprühten Hakenkreuzes mit Hilfe der Yps-Detektiv-Lupe, und ich bin sicher, die Sprayer hätten vor Angst gezittert, wären wir ihnen auf die Spur gekommen und hätten wir ihnen unsere Yps-Detektivausweise gezeigt. Nun ja, wer sagt, dass die Kindheit ungefährlich ist. Wir waren nun einmal unerschrockene Detektive.
So eine Geschichte hat jeder zu erzählen, der Yps kennt: Die Macht dieser kollektiven Erfahrung, die ja theoretisch lange genug dauerte, dass die Eltern sie an die Kinder weitergeben konnten, ist noch nicht einmal konstruiert: Die Berichterstattung über die aktuelle Neuauflage der Urzeitkrebse und zweier weiterer klassischer Gimmicks als Iphone-App zeigt das ganz wunderbar. Kaum ein Blog, kaum eine Zeitung, die ohne eine solche Geschichte auskommt. Auch deshalb muss die Geschichte von Yps persönlich erzählt werden: Weil jeder seine kleine Geschichte hat.
2006 gab es schon einmal einen Versuch, Yps wiederzubeleben. Nicht mehr als wöchentliches, sondern 14tägiges Heft, mit einer groß angelegten Medienkampagne, in der wiederum Prominente wie Mario Barth ihre Yps-Geschichten erzählten. Der Ehapa-Verlag versuchte dem ganzen einen neuen Dreh zu geben: Wohl wissend, dass die Generation der 00er Jahre – zumindest aus Yps-Sicht – eine verlorene Generation war, entschied man sich für eine Nostalgie-Kampagne, und wählte als erstes Gimmick der Neuauflage ein ironisches: Die Gelddruckmaschine. Das ganze scheiterte natürlich furios innerhalb von drei Ausgaben.