Ussher (1581 – 1656) stützte sich auf die damals bei weitem wichtigste Quelle aller Wissenschaften, die Bibel, aber auch auf weltliche Geschichtswerke und astronomische Kalender. Dass der Beginn im Oktober lag, war klar, weil die Juden dann traditionell Neujahr feiern, und das ist der Tag der Weltschöpfung. Um aber zu den ersten Schöpfungstagen durchdringen zu können, brauchte er das erste Buch Mose (Genesis) und seine Geschlechtsregister. Darin ist minutiös verzeichnet, wie alt Adam, der erste Mensch, und alle seine Nachkommen wurden und in welchem Alter ihre Söhne zur Welt kamen.
Dieser Stammbaum reicht bis zu Israels zweitem König David. Von den folgenden jüdischen Königen wird nur noch ihre Regierungszeit festgehalten, in der sie teilweise Mitregenten ihres jeweiligen Vorgängers waren. Nach dem Ende des Nord- und des Südreichs fehlen bis zur Geburt Jesu jegliche weiteren Informationen. Im Matthäusevangelium findet sich zwar ein weiteres Geschlechtsregister, aber ohne Alters- oder sonstige Zeitangaben. Ussher löste das Problem, indem er profangeschichtliche Daten, etwa der Griechen und Römer, mit heranzog.
Sein Ergebnis überzeugte den Gelehrten, da die Geburt Jesu bei Berücksichtigung der Tatsache, dass sie durch einen Datierungsfehler bereits im Jahr 4 v. Chr. angesetzt werden muss, genau 4000 Jahre nach der Erschaffung der Welt stattfand. Ussher war nicht der erste, der das Alter der Erde zu berechnen versuchte, und die Zahl 4000 war in der Wissenschaft bereits in Umlauf. Ebenso glaubten viele, dass die Welt 2000 Jahre nach Christi Geburt untergehen werde.