Auf des Messers Schneide
Freilich nicht bei allen (in den von der neuen Mittelschicht bewohnten Vierteln der Hauptstadt Lima sind Humalas Nationalisten eine Splittergruppe), aber bei denen, die sich nicht »da oben« wähnen, sondern ganz unten. Die von Wohnung und Bildung, Aufstieg und Wohlstand träumen und dann den billigen Slogans anheimfallen, die frech versprechen, all das gäbe es kostenlos, sowie Humala Präsident sei. Wer zahlt's? Siehe oben.
Keiko scheint dagegen fast das geringere Übel. Sie wird dafür sorgen, dass ihr Vater, ein politischer Schwerstverbrecher, frei kommt. Das ist bitter. Für die Opfer, für die Hinterbliebenen, für jeden Menschen, der ein Minimum an Gerechtigkeitsempfinden hat. Aber was ist das gegen ein Land, das im Chaos versinkt, weil die Investoren sich zurückziehen, die Staatseinnahmen sinken, die »Alles für alle und zwar sofort«-Politik auf Pump passiert, die Staatsverschuldung steigt, die erstaunlich stabile Landeswährung weich wird, die Inflation anzieht, die Löhne nicht mithalten und am Ende wieder mehr Armut herrscht als in den letzten zehn Jahren?
Peru steht auf des Messers Schneide. In welche Richtung das Land hinab fällt, entscheidet sich am 5. Juni 2011.