Gibt es noch originelle Musik, mit Einfällen und mit Witz? Es gibt sie noch, und sie kommt – von wo wohl? – aus Wien. Der Kontrabassist Georg Breinschmid hat Freunde um sich geschart, und er holt sich für seine Kompositionen die Anregungen, wo er sie gerade findet. Er bedient sich beim Wienerlied und bei den Schrammeln, bei der Balkanfolklore und beim Jazz, beim Schlager und bei der Salonmusik. Das ist musikalisch aufregend und intelligent geblödelt, etwa mit dem Nonsenstext von „A klanes Brabitschek“. Ein „Zwischenspiel“ trägt den Titel „Mussorgsky, mei oida Freind“, hat aber mit dem russischen Komponisten dieses Namens nichts zu tun. Und was gemeint ist mit „I pee a hedgehog with long-lasting waves“, mag einem ein Rätsel bleiben, während man der schmissigen Musik zuhört. Das Beiheft verrät: es handelt sich um eine wörtliche Übersetzung des wienerischen Ausdrucks: „I schiff an Igl mit Dauerwelln“. Alles klar?
Georg Breinschmid beruft sich unter anderem außer auf Frank Zappa auch auf Spike Jones, einen der ganz großen Musikclowns, in den USA ein „Klassiker“ des schrägen Humors, bei uns leider noch unbekannter als Peter Schickele und Gerard Hoffnung. Breinschmids Freunde: das sind Beni Schmid, Aleksey Igudesman und Sebastian Gürtler an der Violine, Stian Carstensen am Akkordeon, Thomas Gansch an der Trompete, Roland Guggenbichler am Klavier, sowie Agnes Heginger, vier Damen, die sich 4she nennen, Tini Kainrath und Willi Resetarits, auch als Dr. Kurt Ostbahn in Österreich weltberühmt (Gesang).
Thomas Rothschild
Georg Breinschmid & friends: Wien bleibt Krk. Zappelmusic, ZM0009
(Vertrieb: CODAEX).
Reinhören auf der Homepage von Georg Breinschmid