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Freitag, 25. Mai 2012 | 14:45

 

Elmar Braß: G. Yorck

14.08.2008


Schnörkellos


Dieses Quartett verzichtet auf Showeffekte und setzt auf musikalische Integrität.

 

Mit der gelungenen Mischung von sechs Eigenkompositionen und vier Fremdkompositionen – Jerome Kerns „Yesterdays“, Victor Youngs „Stella By Starlight“, Hoagy Carmichaels „The Nearness Of You“ und Mal Waldrons „Soul Eyes“ – präsentiert sich das Quartett des Pianisten Elmar Braß als klassische Combo, die ohne Originalitätssucht und ohne überflüssige Schnörkel einen Jazz interpretiert, den man zwischen Mal Waldron und Nat Adderley ansiedeln kann. Die Trompete spielt geläufig, aber mit zurückgenommenem Temperament Oliver Grönewald, den Bass zupft Markus Schieferdecker, am Schlagzeug sitzt Dejan Terzic. Braß selbst verfügt über einen sanften, sehr jazzigen Anschlag, seine Improvisationen sind liedhaft, aber rhythmisch akzentuiert. Dieses Quartett verzichtet auf Showeffekte und setzt auf musikalische Integrität. Wenn es gelegentlich so aussieht, als würde der Jazz allmählich aussterben, wenn Jazzclubs nur mit Mühe dahinvegetieren, wo sie keine faulen Kompromisse machen und Purismus nicht für ein Schimpfwort halten, ist es ermutigend, dass es Nachwuchs gibt wie diese Gruppe um Elmar Braß, der beim Schweizer Jazzfestival „Generations“ 2006 als bester Musiker ausgezeichnet wurde.

Thomas Rothschild


Elmar Braß: G. Yorck. Laika (Vertrieb: Rough Trade).
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