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Freitag, 25. Mai 2012 | 14:46

 

Harlem Roots. The Big Bands

04.09.2008

Rothschilds DVD-Tipp

Als die Videoclips noch gemächlich waren

Die Musik ist jung geblieben, und die schwarzweißen Bilder haben mit all ihrer Patina einen eigenen Reiz.

 

„Harlem Roots“, nennt sich diese DVD, und „The Big Bands, Volume 1“. Es handelt sich um kurze Filme, Vorläufer der Videoclips, die seinerzeit, in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts, gegen Einwurf einer Münze auf dem Bildschirm einer Musicbox abgespielt werden konnten. Ein Song jeweils, interpretiert von den Big Bands von Duke Ellington, Cab Calloway, Count Basie oder Lucky Millinder. Die „Soundies“ unterscheiden sich nicht grundsätzlich von den Musikeinlagen in amerikanischen Spielfilmen der vierziger Jahre. Die rasante Schnitttechnik heutiger Videos wurde damals nicht verwendet. Man sollte der Band und den Sängern zuschauen können. Gelegentlich gibt es Tanz- und Steppeinlagen, behutsame Choreographien oder Andeutungen einer szenischen Illustration in Form einer Minihandlung. Für Komik soll ein Grimassieren sorgen, das uns heute eher peinlich berührt. Aber die Musik ist jung geblieben, und die schwarzweißen Bilder haben mit all ihrer Patina einen eigenen Reiz.

Typisch für diese Art von Unterhaltung ist Cab Calloways „Minnie The Moocher“. Der beliebte und vielfach nachgespielte Song ist schon von seinem musikalischen Gestus her für die Show angelegt. Das Call-and-Response-Schema, im Gospel mit religiöser Inbrunst gefüllt, wird hier zum Heidenspaß. Schade nur, dass Count Basie lediglich mit zwei Titeln vertreten ist. Die Bedeutung dieses Pianisten für den Swing wird da nicht vermittelt.

Thomas Rothschild


Harlem Roots. The Big Bands. Volume 1, Storyville Films 26000 (Vertrieb: Naxos).

 

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