Es ist mal wieder eine Jazzsängerin zu entdecken. Die trockene Stimme von Robin McKelle zieht vom ersten Takt an in ihren Bann. Schnörkellos ist der Gesang, kein Ton zuviel, es stimmt einfach alles. Diese Sängerin hat unüberhörbar die Jazzgeschichte studiert und ihren eigenen Stil gefunden. Dabei helfen ihr die vorzüglichen Arrangements der Big Band und der Streicher.
Robin McKelle hat sich da ein superbes Programm zusammengestellt, das ihr Gelegenheit bietet, das ganze Spektrum ihrer interpretatorischen Möglichkeiten zu demonstrieren. Es reicht von solchen Jazzstandards wie George Shearingsn genialem „Lullaby Of Birdland“, Irving Berlins „Cheek To Cheek“ oder Buddy Woodrow Johnsons „Save Your Love For Me“ über „Go To Hell“, mit dem Nina Simone reüssierte, und das schmissige „Abracadabra“ von Steve Miller bis zu den zwei Balladen, mit denen die CD ausklingt: „Make Someone Happy“ des Musical-Gespanns Betty Comden und Adolph Green und „Remember“, das Robin McKell selbst geschrieben hat.
Thomas Rothschild
Robin McKelle: Modern Antique. Blue Note/EMI (Vertrieb: EMI). Reinhören bei Amazon