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Freitag, 25. Mai 2012 | 14:46

 

Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte

25.09.2008


Ein weißer Monostatos

Man kann die Regie von David McVicar am ehesten als eklektisch bezeichnen. Sie betont die märchenhaften und auch die komischen Elemente des Werks.

 

An DVD-Aufnahmen der „Zauberflöte“ herrscht kein Mangel. Die Regie von David McVicar in Covent Garden bietet keine völlig neue Sicht auf Mozarts beliebteste Oper an wie etwa die Realisierungen von Jean-Pierre Ponnelle in Salzburg und Zürich, die drei Inszenierungen Achim Freyers in Hamburg, Salzburg und Schwetzingen oder Ingram Bergmans zu Recht berühmte Filmfassung. Man kann sie am ehesten als eklektisch bezeichnen. Sie betont die märchenhaften und auch die komischen Elemente des Werks. Monostatos darf nicht schwarz sein (wir werden nicht das denunziatorische Schlagwort von der „Political Correctness“ dafür bemühen), sondern tritt auf als der Aufseher einer Schar spätbarocker Domestiken am kaiserlichen Hof. Damit ist McVicar nicht gar so weit entfernt von einem amerikanischen Vorbild. 1991 hat Guus Mostart eine Inszenierung der „Zauberflöte“, die John Cox zuvor an der San Francisco Opera kreiert hatte, an der Metropolitan Opera in veränderter Form übernommen. Für Bühnenbild und Kostüm war in New York einer der großen Maler unserer Zeit zuständig, nämlich David Hockney. Sein Monostatos hat, wie bei Bergman, eine nur leicht dunklere Gesichtsfarbe. Er trägt ein Fantasiekostüm, aber seine Allongeperücke und seine rote Jacke deuten ihn wie McVicar als Domestiken der Mozartzeit. Die Aufführung verweilt nicht in dieser Epoche. Die Kostüme verweisen – bei Papagena – auch ins 20. Jahrhundert und – bei den „geharnischten Männern“ – sogar auf Science Fiction.

Musikalisch freilich ist diese Aufführung mit Sir Colin Davis am Pult vorbildlich. Die unverzichtbare Diana Damrau als Königin der Nacht ist umgeben von Simon Keenlyside als Papageno, Will Hartmann als Tamino, Franz-Josef Selig als Sarastro und einer dafür umso betörenderen Dorothea Röschmann als Pamina. Ein Kuriosum diese Inszenierung ist es, dass die ernsten Rollen mit Deutschen, die komischen, aus dem Wiener Volkstheater entlehnten Figuren aber mit Sängern aus dem englischsprachigen Raum besetzt sind. Erwähnt soll werden, dass die Sängerinnen und Sänger, auch in den Nebenrollen, auf der durchweg abgedunkelten Bühne schauspielerisch erstaunlich subtil agieren und die Bildregie auf Mätzchen verzichtet.

Thomas Rothschild


Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte. DVD. Opus Arte (Vertrieb: Naxos).

 

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