Zu den anregendsten CD-Editionen zählt die Jukebox-Serie, auf deren Folgen Titel zusammengestellt sind, die jeweils einen bedeutenden Rockmusiker beeinflusst haben. Es wird niemanden überraschen, dass diese Auswahl bei niemandem so heterogen ausfällt wie bei Frank Zappa. Er war ja als Gitarrist, als Sänger, als Komponist und als Ideenproduzent weit mehr als nur ein durchschnittlicher Rocker. Er kannte die Musikgeschichte, er hatte keine Berührungsängste gegenüber dem Trivialen, er mischte und ließ zusammenwachsen, was nicht zusammen gehört, und er bediente sich nach Belieben. Er war ein Spaßvogel der ernsthaftesten Sorte. So findet man in seiner Jukebox neben Doo-Wop-Gruppen wie The Channels, The Robins, The Chips oder The Cadets, die Rhythm & Blues als Jux auffassten, nicht nur große Bluesmusiker und Gitarristen wie Lightnin’ Slim, Howlin’ Wolf, Clarence „Gatemouth“ Brown, Johnny „Guitar“ Watson oder Muddy Waters und Jazzer wie Cecil Taylor und Eric Dolphy, sondern auch Kompositionen von Igor Strawinsky, Anton Webern und Edgar Varèse.
Die Kompilation ist keineswegs willkürlich. Von den Musikern, die auf der CD vertreten sind, hat Zappa 14 auf dem Cover seiner LP „Freak Out!“ namentlich erwähnt. Ausdrücklich erwähnt sei das Begleitheft, das auf die üblichen Superlative weitgehend verzichtet und stattdessen informative Aussagen von Frank Zappa zu einzelnen Musikern und den Titeln der CD abdruckt.
Thomas Rothschild
Frank Zappa's Jukebox. The Songs That Inspired The Man. Chrome Dreams (Vertrieb: in-akustik).
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