Tangofreunde – hergehört! 6 australes nennen sich sechs Musiker, die in Berlin ansässig sind. Ihre Namen: Sergio Gobi (Gesang, Perkussion, Charango), Christian Gerber (Badoneon), Juan Lucas Aisemberg (Viola), César Nigro (Gitarre), Pablo Woizinski (Piano) und Rodolfo Paccabelo (Kontrabass). Die Stücke in der Tradition von Tango und Milonga stammen größtenteils vom Sänger Sergio Gobi, je eins von dem Bassisten Rodolfo Paccabelo und vom Gitarristen César Nigro, dessen „La doiche vita“ unüberhörbar von Astor Piazzolla inspiriert ist. Alles an dieser CD stimmt: der Rhythmus, die Instrumentierung, Gobis Intonation. Der Tango wurde ja in den vergangenen Jahren modisch verschlissen, und einschlägige Tanzstunden dienen wohl eher der Geschlechteranbahnung für einsame Herzen, die den Weg zu entsprechenden Instituten oder ins Internet scheuen. Hier aber kehrt die Musik zu ihren argentinischen Wurzeln zurück, lebendig, gegenwärtig, emotionsgesättigt. Und auch die Texte, die im Beiheft im spanischen Original und in deutscher Übersetzung abgedruckt und, wo nötig, knapp kommentiert wurden, haben etwas zu erzählen, sind von poetischer Schönheit und transzendieren die üblichen Klischees.
Thomas Rothschild
6 australes: Eclipse.Oriente Musik (Vertrieb: Fenn Music Service).
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