Was an dieser CD zunächst verblüfft, ist die Variationsbreite des Repertoires und der Stilrichtungen. Lila Downs bewegt sich mühelos zwischen Rock, Jazz und Folk – nein, mehreren folkloristischen Quellen. Ihre Songs hat sie größtenteils mit ihrem Saxophonisten Paul Cohen geschrieben, aber dazwischen findet man faszinierende Coverversionen von Peter Greens, also Fleetwood Macs „Black Magic Woman“, von Lucinda Williams’ „I Envy The Wind“ und von Paul Buchanans „I Would Never“. Lila Downs’ Stimme ist eher als ausdrucksvoll denn als „groß“ zu bezeichnen. Sie holt aus dem musikalischen Material heraus, was darin enthalten ist, und noch ein bisschen mehr.
Aber zumindest ebenso aufregend wie diese mexikanische Sängerin mit einer mixtekischen, also indianischen Mutter und einem Vater schottischer Herkunft – daher der Name – ist die Band, von der sie sich begleiten lässt. Bei manchen Songs klingt sie wie eine Big Band, dann wiederum wie eine lateinamerikanische Folklore-Gruppe, und manchmal könnte man meinen, sie hätte sich auf den Balkan verirrt. Dass bei einem Titel auch Mercedes Sosa beispringt, ist ein Hinweis auf die Wertschätzung, die Lila Downs bei ihren Kollegen zu Recht erfährt. Dass sie auch politisch denkt, verrät unter anderem der Text des letzten Bonus Tracks „Nothing But The Truth“. Man kann in Lila Downs, wenn man will, auch eine Nachfolgerin der großen Buffy Sainte-Marie sehen.