Der Erfinder des Worts „Weltmusik“ wird gewiss nicht in die Akademie der sprachschöpferischsten Zeitgenossen eingehen. Kein anderer Begriff aus dem Bereich der Musik ist so inhaltsleer wie dieser. Sind Johann Sebastian Bach, Miles Davis oder Bob Dylan nicht aus dieser Welt? Was macht Weltmusik zu Weltmusik? Dass sie folkloristische Wurzeln hat, aber nicht aus einem englischsprachigen Land stammt? Machen wir uns nichts vor: „Weltmusik“ ist eine Verlegenheitskategorie, die den Plattenhändlern vorschreibt, wo sie einordnen sollen, was in keine der traditionellen Fächer passt.
Was den Stücken in der Kompilation Dancing Peregrina gemeinsam ist, sagt schon der Titel: Sie laden zum Tanzen ein. Und sie kommen tatsächlich aus aller Welt. Woher auch sonst? Freilich: Wenn „Weltmusik“ außereuropäische Musik heißen soll, häufen sich hier die Fehlmeldungen. Die Interpreten von sieben Titeln stammen aus spanisch- oder portugiesischsprachigen Ländern, ein weiterer, die Gruppe Salsafuerte, lebt zwar in Deutschland, widmet sich aber dem Latin Jazz. Drei Stücke sind finnisch dominiert, Maria Farantouri bringt in gewohnter Intensität eine griechische Note ein. (Und wiederum: wer käme auf die Idee, die Lieder von Theodorakis als Weltmusik zu kennzeichnen?) Der Sohn des Komponisten, George Theodorakis, steuert einen Tanz bei, und ein gemischtes Ensemble erinnert an die neuerdings ins Visier geratenen Sufigesänge. International gibt sich Bodek Janke. In einem seiner zwei Stücke mischt er mehrere Sprachen von Russisch und Polnisch bis Deutsch und Englisch spaßig zu brasilianischen Rhythmen. Insgesamt eine vergnügliche Angelegenheit, und zum Tanzen ist sie wirklich glänzend geeignet.