Thomas Kistner: Fifa-Mafia Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) Andrea Maria Schenkel: Finsterau "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 14:53

Donizetti: Maria Stuarda

11.06.2009

Mailänder Spitzen

Heute nennt man das „Zickenkrieg“, was zwischen Maria Stuart und Elisabeth von England stattfand. Gaetano Donizetti hat den Stoff, den man in der komplexeren Fassung von Schillers Drama kennt, kongenial in Musik umgesetzt.

 

Zugegeben, an den Erfindungsreichtum und die Gewagtheit des deutschen Regietheaters, das längst – maßgeblich auf dem Umweg über Brüssel – die Opernbühnen erreicht hat, kommt diese Inszenierung nicht heran. Pier Luigi Pizzi, erfahren und in seiner italienischen Heimat populär, setzt auf eine konservative, aber plausible Regie und ein von ihm selbst entworfenes dazu passendes Bühnenbild – ein an ein Gefängnis erinnerndes Gittergeflecht mit symmetrisch angeordneten Stegen und im Kontrast dazu ein realistischer Park von Fortheringay. Die Positionierung der Sänger an der Rampe verdankt sich weniger einem Regiekonzept als den akustischen Tücken der legendären Mailänder Scala. Wer aber Kostümtheater nicht grundsätzlich ablehnt, wird diesem Arrangement, das der Musik nicht die Schau stiehlt, etwas abgewinnen.

Heute nennt man das „Zickenkrieg“, was zwischen Maria Stuart und Elisabeth von England stattfand. Gaetano Donizetti hat den Stoff, den man in der komplexeren Fassung von Schillers Drama kennt, kongenial in Musik umgesetzt. Dennoch: seine Oper fiel bei der Uraufführung durch und blieb lange Jahre vergessen. Zu Unrecht, wie die Aufnahme aus Mailand zeigt. Auf dem Höhepunkt dürfen sich die Antagonistinnen sängerisch messen. An der Mailänder Scala, die ja nicht zufällig bis heute ihren Ruf als erste Adresse für italienisches Belcanto bewahren konnte, übertrifft die Maria Mariella Devias die Elisabeth Anna Caterina Antonacci vor allem in den oberen Lagen. Den Kopf kostet es sie am Ende dennoch, weil Elisabeth den ungebrochenen Stolz ihrer Rivalin nicht erträgt. Der Leicester Francesco Melis kann mit den beiden Damen mithalten. Jedenfalls stimmlich.

TITEL-Kulturmagazin bietet regelmäßig Neuigkeiten aus Literatur, Musik und Film. Unabhängig und kompetent - seit über 10 Jahren!

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Back for good

Zwei interessante Wiederveröffentlichungen aus den 70ern, vorgestellt von TOM ASAM.

Hausberg-Musik

Spätestens seit Ende letzten Jahres La Brass Banda nach über 500 Konzerten weltweit die Münchner Olympiahalle füllten, dürfte ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Öko oder Nazi - Hauptsache Pirat!

Die gute Nachricht zuerst: Die Polizei hat diese Woche bei einer Razzia in Nordrhein-Westfalen zwanzig Wohnungen durchsucht und drei Rechtsextreme im Alter zwischen 18 und  20 Jahren ...

Feier der Tonalität

Bei den großen Musikfestivals, in Salzburg, Luzern oder Verbier, kommt Jazz, wenn überhaupt, allenfalls als Kuriosität am Rande vor, am ehesten noch in der Gestalt des »Third ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...