Wenn man einen Deutschen nach griechischer Musik fragt, fällt ihm wahrscheinlich nur Theodorakis ein, und auch da denkt er wohl nur an dessen Lieder. Man kann die Popularität von Theodorakis nicht von der politischen Rolle trennen, die er in den Jahren der Junta spielte. Seine Lieder waren ein Akt des Widerstands, der Ermutigung für die ins Exil Gejagten, und sie dienten auch als Botschafter des demokratischen Griechenland, das sich nicht geschlagen geben wollte.
Aber Theodorakis ist nicht der Einzige, der, beeinflusst von folkloristischen Traditionen, in Griechenland komponiert. Wie bei ihm, so hat auch bei dem 14 Jahre jüngeren Yannis Markopoulos die musikalische Entwicklung des vergangenen Jahrhunderts keine Spuren hinterlassen. Er will allgemein verständlich sein, ein breites Publikum erreichen. Seine eingängigen Kompositionen, die oft wie Liedstrophen oder Kreistänze wirken und ein einfaches Thema behutsam variieren, erinnern an Filmmusik, die ja auch kaum über den Stand von 1900 hinausgekommen ist (und Markopoulos hat tatsächlich Filmmusiken geschrieben) – wie übrigens der zurzeit wieder erfolgreiche Animationsfilm die bildende Kunst des 20. Jahrhunderts kaum wahrgenommen hat.
Eine bei Naxos erschienene CD liefert einige Kostproben aus dem umfangreichen Werk von Markopoulos. Sie enthält zwei Konzerte – eins für Klavier und eins für kretische Lyra und Orchester – sowie kleinere Stücke, bei denen vor allem die Flöte zur Geltung kommt.