Es konnte der Eindruck entstehen, dass sich die Minimal Music, wie sie von Steve Reich, Phil Glass, Terry Riley und anderen repräsentiert wurde, totgelaufen habe. Gelegentlich aber gibt es Nachbeben, die zwar nicht mehr überraschend sind wie die Anfänge dieser Stilrichtung, aber immer noch einen Reiz ausüben.
Die Schweizer Ania Losinger und Matthias Eser spielen Xala, ein Bodenxylophon, das mit den Füßen und Stäben, also tanzend, zum Klingen gebracht wird, und Marimba. Auf ihrer CD, die „The Five Elements“ heißt, wovon drei die traditionellen Elemente Erde, Wasser und Feuer sind, zu denen „Metall“ und „Holz“ hinzukommen, reiben sich die Stimmen durch geringfügige Verschiebungen aneinander. Minimalistische Motive, manchmal nur ein einziger Ton, werden scheinbar endlos wiederholt. Die Grundelemente der Minimal Music – Reduktion und Repetition – werden also von Losinger und Eser unverändert übernommen. Hinzu kommt der eigenartige, an afrikanische Folklore erinnernde Klang ihrer Perkussionsinstrumente.
Man muss die mystische Ideologie, die hinter derlei Musik oft behauptet wird, nicht teilen, um sich an ihr zu erfreuen. Auch Strukturalisten dürften sich durch sie bestätigt fühlen.