Das Leben von Dodola und Zam
Der Comic folgt ungefähr 20 Jahre lang dem Leben von Dodola und Zam. Die beiden Sklavenkinder leben in einer Welt, die nicht ganz erfunden, aber auch nicht ganz real ist. Es ist ein fiktives islamisches Land, das technologisch im mittleren 20. Jahrhundert angesiedelt zu sein scheint, dessen Gebräuche und soziale Hierarchien aber an die frühe Neuzeit erinnern. Vor dieser Welt flieht die junge Dodola und nimmt den noch jüngeren Zam gleich mit. Sie flüchten sich in eine Wüste. Hier wird Zam erwachsen, während Dodola sich, um ihn und sich selbst zu ernähren, den vorbeiziehenden Karawanen als Prostituierte andienen muss. Solange bis die beiden auseinandergerissen und auf unterschiedlichen Wegen wieder in die große Stadt zurück gezwungen werden. Im Harem des Sultans finden sie wieder zueinander.
Wer Craig Thompson von seinem autobiographischen Werk Blankets kennt, dem wird Habibi zunächst etwas fremd vorkommen. Blankets handelt schließlich »nur« von der ersten Liebe zweier Teenager. Aber die Bände haben zumindest ein gemeinsames Thema: das Erwachen der Sexualität und das Reifen unter widrigen, sexuell repressiven Umständen. In Blankets muss das Liebespaar lernen, mit seiner christlich-fundamentalistischen Erziehung umzugehen. In Habibi wird dieses Thema ausgearbeitet und entwickelt. Dodola wird schon als Kind an ihren Ehemann verkauft und muss sich von nun an immer wieder als Prostituierte durchschlagen. Sie kennt ihren Körper nur als Währung. Zam hingegen wächst ohne Sexualerziehung auf und Dodola ist die falsche, um ihm einen positiven Umgang mit seinen erwachenden Gefühlen beizubringen.