Hintergründiger Humor
Man ahnt es schon: Hier werden die eher finsteren Gefilde der Komik betreten. Dabei ist es gerade die Reduktion, die den Cartoons ihren Biss verleiht und die knochentrockenen Pointen ins rechte Licht rückt. Dennoch lohnt es sich, die Bilder etwas genauer zu betrachten, da sich einige schräge Details erst beim zweiten Hinsehen offenbaren. Beständiger Quell des schwarzhumorigen Vergnügens ist dabei der Kleine Tod selbst, der trotz des latenten Hangs zur Boshaftigkeit irgendwie sympathisch wirkt. Ob Chirurg, Schauspielerin, oder »Selbsthilfegruppe zur Trauerbewältigung« – auch die renitentesten Kunden werden zuverlässig in Jenseits befördert.
Zugegeben: Jedermanns Sache sind die bösen Bildergeschichten sicher nicht. Wer sich aber von dem makabren Sujet nicht abschrecken lässt, wird mit einer wahren Perle des hintergründigen Humors belohnt. Mit stilistischer Raffinesse und visueller Kreativität sticht Kleiner Tod wohltuend aus der Welle an mittelmäßigen bis unkomischen Cartoonbänden heraus, die derzeit den Büchermarkt überschwemmt. Uneingeschränkt empfehlenswert!