Ein schwimmendes Alcatraz
Die Wesen an Bord sind also im Grunde gar keine Reisenden, denn das Schiff wird niemals eine Küste ansteuern. Und die täglich stattfindende Party ist Pflichtveranstaltung für jedermann. Kein Wunder, dass es da irgendwann einen gibt, dem das alles zu viel – weil zu wenig – wird: Phileon, das sprechende Rhinozeros, will eines Tages nicht mehr an dem Mummenschanz teilhaben und das Schiff verlassen. Zum ersten Mal muss also die Sondertruppe in Aktion treten, um den Abtrünnigen an seinem merkwürdigen Vorhaben zu hindern – das ist nämlich verboten.
Phileon möchte die Welt sehen, die es außerhalb der Bordwände des gewaltigen Schiffes geben muss. Es heißt zwar, dass dort der sichere Tod lauert, doch wenn dem wirklich so ist, warum dann das Verbot, das Schiff zu verlassen? Fragen wie diese sind es, die das Nashorn zur Flucht veranlassen. Unterstützung findet es bei dem ähnlich denkenden Teenager Bruno, bei dessen Mutter Edmée, die stets tief blicken lässt, beim früheren Kapitän des Schiffes, der von dem machthungrigen Feinvogel seines Amtes enthoben wurde, und schließlich bei einem stummen Mädchen, dass sich als blinder Passagier unter der Feiergesellschaft bewegt. Der Ausbruch aus dem Partydampfer führt das ungleiche Quintett in eine postapokalyptische Welt, die einige Gefahren birgt – und Fragen aufwirft, die an Bord der "Mekaton" nicht von Belang waren. Zum Beispiel die, wie alles soweit gekommen ist.
Die mechanische Welt ist in drei Kapitel eingeteilt – in Oceanica, Antarctica und Urbanica, die – nomen est omen – stellvertretend für das Setting stehen, in dem sich die Abtrünnigen jeweils bewegen. Die Flucht von der "Mekaton" führt die Ausreißer zunächst ins ewige Eis, wo sie auf eine Dorfgemeinschaft von Menschen treffen, die sich durch eine Schar marodierender Roboter bedroht sieht. Eine zusätzliche Gefahr stellen auch die von Feinvogel entsandten Häscher dar, die nach den Flüchtigen trachten. Das Finale der Endzeit-Mär findet schließlich in Mechapolis statt, wo dem Leser ein typischerweise überraschendes Ende geboten wird, das die Geschichte auf gelungene Weise auflöst.