,,Wir wollen Not!"
Verwirrt von seinen Erlebnissen und seiner Rolle als Reporter erscheint zuweilen auch Sacco – oder wie erklären sich sonst einige seiner Bemerkungen:
„... wir wollen Gesichter, wir wollen Not, wir wollen Menschen hautnah, denen unerträgliches Leid zugefügt wurde (ich jedenfalls will das...)“
„Ohnehin bin ich nicht hier, um zu vermitteln... und seien wir ehrlich, meine Comics brauchen Konflikte; mit Frieden ist kein Blumentopf zu gewinnen.“
„Ramallah, Mann, da geht die Post ab! ... In einem Comic muss es Knallereien geben und ich bete darum, dass Ramallah sie zu bieten hat.“
„Dschabalia, das Flüchtlingslager im Gazastreifen, das man gesehen haben muss, Dreh- und Angelpunkt der Intifada, ein Disneyland von Schmutz und Elend …“
Ich bin mir nicht sicher, ob das Ironie oder Abgeklärtheit sein soll. Mir erscheint es unangebracht und unangemessen, und es stellt auch Saccos Methode der Reportage in ein etwas zweifelhaftes Licht. Immerhin reizt Sacco mit solchen Sätzen und seinem (absichtlich) einseitigen Standpunkt auch zum Widerspruch und motiviert, sich weiter mit dem Thema auseinander zu setzen. Vielleicht sollte sich die Edition Moderne mit dem Avant Verlag zusammentun und Palästina in einem Doppelpack mit dem Band Cargo herausgeben – darin sind Comicreportagen israelischer Künstler über Deutschland und deutscher Künstler über Israel.