Dem Tod auf den Fersen
Eines Tages wacht der achtjährige Jakob auf und seine Mutter ist fort – sie ist gestorben. Das bedeutet, so sagt man ihm, dass sie zu einer langen Reise aufgebrochen ist. Und Jakob will ihr auf dieser Reise folgen. Schnell stellt er fest, dass keiner den Weg zu dem Ort kennt, zu dem seine Mutter unterwegs ist. Und die Raben, von denen es heißt, sie würden den Weg kennen, wollen ihr Wissen nicht mit ihm teilen. Aber Jakob lässt sich nicht von seinem Vorhaben abbringen.
Auf seiner Reise begegnet der kleine Bub mit den zu großen Schuhen ständig dem Tod – für den ihm, von der Idee besessen, seine Mutter zu finden, allerdings Worte und Verständnis fehlen. So bleibt Jakob auch immer das Kind, als das er aufgebrochen ist, obwohl er im Verlauf seiner Wanderung deutlich altern wird. Manchmal blickt er dem Tod direkt ins Gesicht, ohne dessen Fratze zu erkennen. Doch meistens läuft er ihm in Form von anderen Wesen, deren Geschichte der dunkle Gevatter maßgeblich geprägt hat, über den Weg. All diese Kreaturen, die Jakob unterwegs trifft, sind im besten Sinne skurril – und bestechen durch ein komplexes Eigenleben, obwohl sie gleichzeitig auf allegorischer Ebene funktionieren. Einige von ihnen begleiten den Jungen ein Stück weit. Doch die letzte Reise muss dann doch jeder für sich alleine antreten.
Es ist zu einem Großteil der Einfallsreichtum, den die beiden jungen Autoren bei der Ausgestaltung der Nebenfiguren bewiesen haben, der den besonderen Reiz des bizarren Comicmärchens ausmacht – und der die morbide Erzählung über einen lediglich guten Fabelstoff hinaushebt.