...zum Eskapismus der Seriengesetze
Getreu dem Steigerungsgesetz der Sci-Fi-Fortsetzungen folgt der Eskapismus im zweiten Band: mehr Nebenfiguren – geklonte Crewmitglieder, die ebenfalls noch im Wrack geborgen wurden-, mehr Action und Zerstörung inklusive des kurzzeitigen Auftritts eines Nachwuchsbösewichts, nachdem der friedlebende Planet letztlich doch noch von Invasoren heimgesucht wird. Für Martina und Gildo bildet dies den Auftakt für eine ungewisse Reise durchs All, die mit dem vorliegenden dritten Album ihren finalen Abschluss findet.
Zu Jugendlichen gereift, geraten Martina und Gildo auf einen Planeten, dessen Bewohner ihnen als Helden huldigen, auch wenn dies vornehmlich in Form touristischer Führungen geschieht. Im Prinzip konzentriert sich die Erzählung auf Bewegung, narrativ wie erzählökonomisch, denn alles gerät ein wenig aus den Fugen. Überbordend vermengen sich Elemente der Space Opera mit den Identitätskonfusionen eines Philip K. Dick, die von einem logisch unauflösbaren Zeitparadoxon als Scharnier zusammengehalten werden. Das Regime, welches den Martina und Gildo-Kult pflegt und zu Tausenden aus ihren Klonen besteht, muss sich einer riesiger Zahl Rebellen erwehren, die wiederum Gildos vermeintliche Schwester, von der sich herausstellen wird, dass sie Gildos und Martinas Tochter ist, an ihrer Führungsspitze besitzen.
Zu einem gänzlich befriedigenden Schluss führen diese unterschiedlichen Stränge nicht, weil die Figuren so rasant zu den Schauplätzen manövriert werden, dass die parodistische Erdung teilweise glatt auf der Strecke bleibt: Sei es, um doch noch Kohärenz zu suggerieren, sei es um das Chaos der Serialität im Sinne der Fortsetzungsideologie ad absurdum zu treiben. Trotzdem ist es schön, die Entscheidung darüber, welche dieser zwei Möglichkeiten zutrifft, dank einer vollständigen Übersetzung endlich selbst fällen zu können.

