Amuse-gueule nach Art des Hauses
Neil Gaiman tut wieder einmal, was er am besten kann: Er bedient sich bei traditionellen Elementen des Geschichtenerzählens, in diesem Fall beim Figurenpersonal der Commedia dell´arte, fügt ein Quäntchen Magie und eine Prise seines düsteren Humors hinzu und kocht damit sein eigenes, meist recht schmackhaftes Süppchen.
Dann holt er sich einen ausgezeichneten Grafiker mit an Bord, in diesem Fall seinen Mitstreiter aus der Zeit der Bücher der Magie: John Bolton. Dieser hat die Geschichte in den für ihn typischen, fotorealistischen Malereien umgesetzt, mit denen er in diesem Comic einen ganz eigentümlichen Effekt erzielt: Obwohl die Figuren sehr realistisch wirken, obwohl die Hintergründe eindeutig als leicht verfremdete Fotografien zu erkennen sind, schwebt doch ein Hauch Surrealismus über allem.
Die Figuren scheinen sich nicht einfügen zu wollen in ihre Hintergründe, sie scheinen eher davor zu schweben, isoliert von dicken Umrandungen. Damit signalisiert Bolton noch einmal: Das hier ist ein Märchen, eine Etüde, ein kleines Kunststückchen, mit dem wir dem werten Publikum eine Weile lang die Zeit vertreiben möchten.