... dann kann er was entdecken
Eine zwar nicht überragende, aber sehr wohl solide Geschichte also mit spannendem Inhalt und ungewöhnlichen Nebencharakteren, witzig erzählt und durch die Bilder des Zeichners Fabrice Parme noch ein bisschen ulkiger. Dieser ist die eigentliche Entdeckung dieses Albums, wurde doch bisher keines seiner anderen Projekte, u.a. Le Roi Catastrophe, ebenfalls nach einem Szenario von Lewis Trondheim, auf Deutsch veröffentlicht. Einige Bekanntheit dürfte er hierzulande eher durch seine Arbeiten für Zeichentrickserien erlangt haben.
So erinnern seine Zeichnungen und Bildkompositionen auch mitunter an Bilder aus Trickfilmen, gepaart mit kindlicher Einfalt und einer guten Prise Slapstick. Diese bewusste Negation der zeichnerischen Perfektion, der Mut zur Infantilität, der besonders in den Gesichtsausdrücken der Figuren und den Dekors immer wieder in Erscheinung tritt, ist mutig und wunderbar erfrischend.
Panik im Atlantik kommt zwar bei weitem nicht an den Anspruch der vorhergehenden Bände der Spirou-Spezial-Reihe heran und will es auch gar nicht. Es wäre aber nicht angemessen, diesen fehlenden Tiefgang mit Ideenlosigkeit gleichzusetzen und das Album für gescheitert zu erklären. Trivialität ist nur gepaart mit Einfallslosigkeit und Langeweile schlecht. Und das ist hier garantiert nicht der Fall. Natürlich ist das, was dem Leser vorgesetzt wird, weder realistisch noch liegt es im Bereich des nur irgendwie Möglichen, aber mal ehrlich: Zyklostrahlen und Pilzexperimente sind das auch nicht unbedingt.