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Freitag, 25. Mai 2012 | 19:56

Nicolas Mahler: Was fehlt uns denn?

18.08.2011

Cartoons für Ärzte und Patienten

Nachdem der Zeichner Nicolas Mahler auf diesen Seiten schon viel Lob erfahren hat, wollte BORIS KUNZ auch mal was von ihm lesen. Vielleicht ist er dabei an das falsche Büchlein geraten.

 

Was fehlt uns denn? ist so ein klassisches, annähernd viereckiges Cartoonbuch, das man gut zu bestimmten Anlässen, wie etwa dem bestandenen Führerschein, der geplanten Wohnungssanierung oder dem naherückenden Ruhestand verschenken kann. Der Anlass für dieses Büchlein wäre dann wohl ein überstandener, vielleicht aber auch ein bevorstehender Krankenhausaufenthalt.

 

Heiteres aus dem Darmspiegelkabinett

Das Büchlein besteht aus einzelnen Cartoons; es werden keine irgendwie zusammenhängenden Geschichten oder schräge hermetische Universen entworfen, sondern mit thematischer Vorgabe brav pro Seite ein Lacher abgeliefert. Damit befindet sich Mahler in der Gesellschaft von Cartoonisten wie Martin Perscheid, Ralph Ruthe oder dem großen Garry Larson. Man kann nicht sagen, dass er sich in dieser Gesellschaft schlecht hält, aber er sticht nicht durch außergewöhnliche Brillanz hervor. 

 

Natürlich lässt sich die Witzigkeit von Gags schwer beschreiben, messen oder kategorisieren, man kann aber doch sagen, dass Momente unerwarteter Absurdität oder schmerzhafter Ehrlichkeit eher dünn gestreut sind in diesem Band, und man sich stattdessen mit einer ganzen Reihe mehr oder weniger gelungener, illustrierter Wortspielchen abfinden muss, etwa dem Urologen Marsch (»Prosta - ta -tam, prosta - ta - tam, prosta- ta- tam«), dem Nudeleinlauf oder dem Hard Rock O.P.

 

Lachen als Medizin

Vielleicht ist der Untertitel Cartoons für Ärzte und Patienten tatsächlich eine ernstzunehmende Gebrauchsanweisung. Vielleicht zünden die Gags besser bei Leuten, die sich mit den Krankheiten, Behandlungsmethoden und Medizinerklischees, auf die in dem Buch angespielt wird, in letzter Zeit so häufig herumschlagen mussten, dass sie nur darauf warten, endlich einmal darüber lachen zu können.

 

Wenn also ein Bekannter von Ihnen Arzt ist und Geburtstag hat oder sich gerade auf irgendeiner Station eines Krankenhauses mit einem Gipsfuß langweilt, schenken Sie ihm dieses Buch und Sie werden ihm eine kleine Freude damit gemacht haben. Freunde des herausragend absurden Humors, die noch keine Hardcore-Mahlerfans sind, sollten vielleicht zunächst den Empfehlungen meiner Kollegen folgen.

 

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