Das Langweilige an ständigen Sensationen
Natürlich stellt der erste Kontakt mit einer außerirdischen Lebensform für unseren Mann am Mars eine größere Sensation dar – auch wenn er leider keine Fotos von den Extraterristischen machen kann. Sein Apparat ist kaputt gegangen, als er Gott, der laut Darwin hinter einem Hügel kauern soll, fotografieren wollte. Aber die auf der Durchreise befindlichen Aliens haben ohnehin keine große Lust auf Smalltalk mit dem Tankwart, und so wird auch das Betanken von fremdartigen Raumfahrzeugen zur langweiligen Routine.
Nachdem dann seine Schildkröte nicht von einer Erkundungstour zurückkehrt und er somit ganz allein auf weiter Marsflur dasteht, überkommt dem Mann am Mars schließlich der Marskoller - er entwickelt Wahnvorstellungen. Regelmäßig halluziniert er einen ehemaligen Arbeitskollegen mit einer schlecht sitzenden Perücke herbei, den er leider schon als realen Menschen nicht leiden konnte. Und seinen Großvater, der, wenn er nicht gerade einige Nazisprüche zum Besten gibt, ständig damit beschäftigt ist, Maschinengewehrgeräusche zu imitieren.
Was den Wiener Comic-Schaffenden Leopold Maurer auszeichnet – und den Mann am Mars zu einem Kleinod innerhalb der aktuellen Comic-Veröffentlichungen macht – ist die Fähigkeit, dem Absurden mit lakonischem Humor beizukommen. Wenn man sich in der Kulturlandschaft umschaut, scheint dies ohnehin ein bei Österreichern weit verbreitetes Vermögen zu sein. Der subtile Witz in den stets zweiseitigen Comic-Geschichten, die nach und nach die Chronologie einer grotesken Marsmission offenbaren, ist staubtrocken wie die Oberfläche des roten Planeten. Stets erwächst er aus dem Banalen, um hinterrücks ein Denken und Handeln aufzuzeigen, das nicht anders kann, als zwischen unterschiedlichen Neurosen zu zirkulieren.