Thomas Kistner: Fifa-Mafia Men in Black 3 - jetzt im Kino! Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) Andrea Maria Schenkel: Finsterau Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 20:26

 

Rainald Grebe: Global Fish

13.04.2006


SCHAUMA-Geburt

Globus Dei von Helge, Global Fish von Rainald – ein Zufall? Das scheint eine regelrechte Weltreisewelle zu sein, die da auf uns zugeschwappt kommt, so en vogue, dass Grebe selbst seine Kapitel Wellen nennt.

 

Vorweg: Helge ist besser, unendlich viel besser, bei ihm ist jeder Satz so sattelfest, mein Gott. Grebe dagegen faselt, langweilt, gurkt rum. Das ist wie Rugby ohne Ball – einfach Gepolter, erzähltes Gepolter.
Vor gar nicht langer Zeit bestieg ein Mann die Bühnen der Republik und wir lagen ihm zu seinen klavierpedalentretenden Füßen. Er gab sein Abschiedskonzert, und das, obwohl ihn noch keiner kannte. Unglaublich komisch. Er beschenkte uns mit ewig unauslöschlichen Hymnen: Wortkarger Wolfram, Thüringen, Familie Gold – was waren wir glücklich! So glücklich wie in Kindheitstagen, so hysterisch wie Pop-Teens. Wir gingen in seine Konzerte wie zur Beichte und sahen ihn, Rainald Grebe, mit Indianerschmuck, Anzug und Sandalen. Er war DIE Hoffnung unserer dümpelnden Republik. Aber er gab sein Abschiedskonzert. Und was wir daran zu Anfang so komisch fanden, wurde bittrer Ernst. Wir ahnten ja nicht, dass er ein rückwärtsgeführtes Leben lebte, hat früh alles gegeben, was er war. Und was folgt, ist der abgeklatschte Abklatsch einer frühgeborenen Kunst... Allein seine neue CD gemeinsam mit der Kapelle der Versöhnung ist ein großes künstlerisches Diffundieren. Und jetzt ein Roman, hinaufgejubelt als Ulysses Reloaded, eine Weltsegler-, Piratengeschichte. Aber es ist nicht mal ein Moby Dünn, was da so wild mit den Flossen planscht.

Diese Buch, das so dick tut, ist ein kleines Nichts. Da helfen auch nicht die seltenen Schönheiten des Textes. Im Gegenteil, sie bekräftigen die Uferlosigkeit des Textes, in dem wir gekenterte Leser, die verzweifelt nach jedem Halt greifen, keinerlei Rettung finden. Dieses Wenige blitzt auf, um kurz darauf von einer schaumaduftenden Wortwoge wieder überspült zu werden. Da hilft nur: Land suchen! Oder für alle selbstverlorenen Grebe-Jünger: Heillos darin ersaufen...

So viele uneingelöste erzählerische Versprechen wollen wir nicht, so viel Joyce-Gebärdung, doch ohne Sinn und Verstand. Und schon der erste Satz - reine Prophetie! - verriet uns ja das ganze Unglück eines Menschen der seiner von o­nkoduft geweihten Reihenhausseele entfliehen will: „Das Meer war von einem nichtendenwollenden Blaublau.“ Es sollte eigentlich Blabla heißen.

Christoph Pollmann


Rainald Grebe: Global Fish
Roman
Erschienen bei: Fischer
ISBN: 3-596-16916-X
Preis: 8,- ¤

Das Leben ist nicht Wünschdirwas

Eine dieser Autorinnen mit den Doppelnamen: Katrin Marie Merten hat nach Gedichten jetzt auch Prosa veröffentlicht: Rückwärtslaufen. Von PEGGY NEIDEL

Sorry wegen dem Auge

Das ist ein TATORT, der gut gefallen kann. Mag sein, es kommt zum Ende hin ein bisschen dicke. Aber wie man’s nimmt. »Wir freuen uns, in der Reihe Tatort am Pfingstmontag mit ...

Das Leben ist nicht Wünschdirwas

Eine dieser Autorinnen mit den Doppelnamen: Katrin Marie Merten hat nach Gedichten jetzt auch Prosa veröffentlicht: Rückwärtslaufen. Von PEGGY NEIDEL

Ein Geheimtipp der deutschen Literatur

Die Kinder der Finsternis von Wolf von Niebelschütz, erschienen 1959, entführt den Leser in die faszinierende Welt des Mittelalters. Eine Pflichtlektüre findet HUBERT ...

Seid umschlungen Millionen

Die deutsch-rumänische Autorin Aléa Torik versteht es gekonnt, in ihrem Debütroman Das Geräusch des Werdens Geschichten aus der siebenbürgischen Heimat auf das ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Lämmer in der Obhut von Wölfen

Das europäische Mittelalter war nicht gut zu Frauen – zumindest wenn wir heutige Kriterien anlegen. In jedem Fall aber war es eine schlechte Zeit für die wenigen Frauen in ...

Schweizer Käse!

Fromage suisse!

Swiss Cheese!

Andreas C. Studer wollte mit Meine Schweizer Kühe seiner Heimat, Herkunft und den Lieferanten seiner Kochzutaten ein Denkmal setzen. Ein Anhang mit Rezepten aus Milchprodukten soll ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...