Das hört sich gut an, doch Biskind untersucht das Markt-Paradoxon Unabhängigkeit und Kassenerfolg genauer und fragt z.B. nach der Rolle, die die genialen, wie geschäftstüchtigen Brüder Weinstein mit ihrem Verleih Miramar dabei gespielt haben. Ist die Geschichte der zweiten Independent Welle eigentlich die Geschichte von Miramar? Und wo blieb dabei die Unabhängigkeit? Wann war der Tag als die Indies ihre Unschuld verloren?
Und welche Rolle spielte Robert Redford, als der Mäzen der neuen Indies mit seinem Sundance Festival? Drückte er fördernswürdigen Projekten und Regisseuren eine stilistische Zensur auf, die über das ihm zugeschriebene Bonmot “Seid witzig, aber wie Tschechow” hinaus, jegliche Unabhängigkeit unterdrückte?
Wie schaffte es eine Handvoll Idealisten dennoch zu Kultregisseuren zu werden und den Kampf um Kunst, Kommerz und Dollars zu überleben? Wie bespielsweise Tarantino, der cool und rotzig seinen Weg vom Angestellten einer Videothek in die Jury von Cannes ging. Fängt da der Mainstream an?
Rasant versucht sich Biskind an der Beantwortung dieser Fragen und füttert sie mit einem Feuerwerk aus Klatsch, Skandalen und Anekdoten. Nebenbei macht er aus der Welt des ganz neuen Hollywood ein filmisches Universum, in dem Marlowsche Schurken, knallharte Tycoons und ehrgeizige Emporkömmlinge um die besten Produktionsbedingungen kämpfen. Bissig, witzig und schnell wird die jüngste amerikanische Filmgeschichte zu einem durchaus verfilmenswerten Thriller umgeschrieben. Hardboiled, juicy und spannend.