Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 18:20

 

Gregor Hens: In diesem neuen Licht

10.12.2006


Stierkampf, Schach und Sechstagerennen


Man weiß zwar von Gregor Hens, dass er absichtsvoll mit allen Konventionen des traditionellen Erzählens gebrochen hat, doch diesmal macht er es für seine Leser extrem kompliziert.


 

Gregor Hens, der als Professor an der Ohio State University in Columbus lehrt, gilt spätestens seit seinem letzten Roman Matta verläßt seine Kinder (2004) als eine der hoffnungsvollsten Stimmen aus der Riege der jüngeren Autoren in der deutschsprachigen Literatur. Wie in den Vorgängerwerken des 41-jährigen Autors geht es auch in seinem neuen Buch wieder um die Fragilität zwischenmenschlicher Beziehungen. Der Protagonist Tobias Vlaming, ein Linguist, der es mit einem speziell für Manager entwickelten Sprachlernprogramm zu stattlichem Reichtum gebracht hat, ist von seiner Partnerin Tina verlassen worden und fällt in ein tiefes Loch. Sein Schachpartner David, ein blasierter, steinreicher Dandy und Möchtegern-Dichter, mit dem er zur Zerstreuung ein Sechstagerennen besucht, lädt ihn auf eine Farm nach Sante Fé ein, wo sich Tobias dann unverzüglich an die Übersetzung eines weithin unbekannten Romans von D. H. Lawrence macht.

Und diese Übersetzung birgt die Crux dieses Romans. Man weiß zwar von Gregor Hens, dass er absichtsvoll mit allen Konventionen des traditionellen Erzählens gebrochen hat, doch diesmal macht er es für seine Leser extrem kompliziert. Der Lawrence-Roman wird zur zweiten Handlungsebene stilisiert, die Figuren wandeln schließlich in Mexiko sogar auf des Autors Spuren; die Bilder von Sechstagerennen und Stierkampf vermengen sich, die Erzählperspektiven wechseln ständig, ganze Passagen sind in Englisch verfasst, so dass man sich bisweilen händeringend fragt: Sind wir jetzt bei Hens oder bei D. H. Lawrence?

Turbulenzen in Mexiko

Die beiden Freunde geraten mit Davids attraktiver Partnerin Tess, einer erfolgreichen Juristin, in Mexiko in allerlei Turbulenzen, denn ein gewisser Don Ramón (der Name ist dem Lawrence-Roman entlehnt) hat ein Auge auf die Frau geworfen. Und unausgesprochen begehrt auch der Übersetzer Tobias die Frau seines Freundes, die dann ein Geheimnis lüftet, als sie ihren halbwüchsigen unehelichen Sohn vorstellt. Tobias lässt sich allerdings mit der ziemlich unvermittelt in der Handlung auftauchenden Marokkanerin Nabila ein, die von ihm schließlich zwei rothaarige Zwillingssöhne bekommt. Zwischendurch hatte sich der Übersetzer in ein Kloster nach Sri Lanka zurückgezogen und über die „Verkettung des Daseins“ meditiert.

Dieser beinahe märchenhafte Einschub wird durch einen Zeitsprung in die Zukunft noch untermauert. Mexiko City avanciert dabei zum Zentrum der Global Players, der Peso hat den Dollar als führende Währung abgelöst. Nichts ist mehr, wie es einmal war, vieles taucht „in einem neuen Licht auf“, selbst Schach wird nur noch via Internet gespielt – in einer Form, bei der die meisten Figuren durch einen virtuellen Nebel eingehüllt sind. Ein Bild, das für weite Teile der Handlung charakteristisch ist. Ein Roman, der im Jargon seiner Figuren als ziemlich „overstyled“ zu beschreiben wäre.

Peter Mohr


Gregor Hens: In diesem neuen Licht. Roman. S. Fischer Verlag 2006. 326 Seiten. 19,90 Euro

Das Leben ist nicht Wünschdirwas

Eine dieser Autorinnen mit den Doppelnamen: Katrin Marie Merten hat nach Gedichten jetzt auch Prosa veröffentlicht: Rückwärtslaufen. Von PEGGY NEIDEL

Sorry wegen dem Auge

Das ist ein TATORT, der gut gefallen kann. Mag sein, es kommt zum Ende hin ein bisschen dicke. Aber wie man’s nimmt. »Wir freuen uns, in der Reihe Tatort am Pfingstmontag mit ...

Das Leben ist nicht Wünschdirwas

Eine dieser Autorinnen mit den Doppelnamen: Katrin Marie Merten hat nach Gedichten jetzt auch Prosa veröffentlicht: Rückwärtslaufen. Von PEGGY NEIDEL

Ein Geheimtipp der deutschen Literatur

Die Kinder der Finsternis von Wolf von Niebelschütz, erschienen 1959, entführt den Leser in die faszinierende Welt des Mittelalters. Eine Pflichtlektüre findet HUBERT ...

Seid umschlungen Millionen

Die deutsch-rumänische Autorin Aléa Torik versteht es gekonnt, in ihrem Debütroman Das Geräusch des Werdens Geschichten aus der siebenbürgischen Heimat auf das ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Lämmer in der Obhut von Wölfen

Das europäische Mittelalter war nicht gut zu Frauen – zumindest wenn wir heutige Kriterien anlegen. In jedem Fall aber war es eine schlechte Zeit für die wenigen Frauen in ...

Schweizer Käse!

Fromage suisse!

Swiss Cheese!

Andreas C. Studer wollte mit Meine Schweizer Kühe seiner Heimat, Herkunft und den Lieferanten seiner Kochzutaten ein Denkmal setzen. Ein Anhang mit Rezepten aus Milchprodukten soll ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...