In Axolotls Terrarium
Eine wichtige Metapher stellt dabei ein als Haustier gehaltener Axolotl, ein im vulkanischen Becken bei Mexico-City endemischer Schwanzlurch, dar. Dieser Lurch bleibt im Gegensatz zu anderen im Larvenstadium verharren. Er erreicht die Geschlechtsreife ohne wirklich erwachsen zu werden. Dieser als „pädomorph“ bezeichnete Zustand bringt evolutionär keine Nachteile mit sich, da die heimischen Gewässer nie austrocknen.
Das macht die Beschreibung der unreifen, skrupellosen und gefühlskalten Menschen in diesem Roman noch beklemmender. Denn auch die scheinen mit ihren Mängeln in ihrer Umgebung keinerlei Probleme zu haben. Lapahito, der zentrale Ort der Handlung, modert vor sich hin und steht in einem stets schlimmer werdenden Sumpf, der – wie die Lebenswelt des Axolotl – nicht auszutrocknen scheint trotz der gnadenlosen Sonne, die über dieser Hölle brennt.
Unter dieser furchterregenden Sonne ist, wie so viele argentinische Romane, hinsichtlich der jüngeren Geschichte des Landes deutbar. Aber auch für Leser ohne Bezug zur Geschichte der Diktatur und ihrer andauernden Tiefenwirkung ist dieser Roman ein absoluter Volltreffer. Als Filmvorlage für die Gebrüder Coen durchaus vorstellbar.

