Um Größenwahn und dessen Auswüchse, um vorgetäuschten oder echten Geniehabitus in all seinen Facetten geht es (nicht zum ersten Mal bei Krausser) im neuen Roman, in dessen Mittelpunkt eine leicht diffuse Dreierbeziehung steht. Serge Hanowski ist Anfang dreißig, ein introvertierter und äußerst skeptischer Zeitgenosse, der seinen Lebensunterhalt als Werbetexter für Frauenstrümpfe verdient und mit Gott und der Welt hadert. Gleichzeitig bezeichnet er sich aber auch als »Dichter mit goldenem Boden.«
Im Bett mit seiner Freundin Kati, einer aufgeschlossenen, jungen Frau ohne Macken und Marotten, klappt es nicht nach Wunsch. Der Fotograf David ist beinahe das genaue Gegenteil von Serge – selbstbewusst, lebensfroh und charmant. Kein Wunder, dass Kati das Lager wechselt und sich mit David vergnügt. Für Serge Auslöser gefährlicher psychischer Turbulenzen, er vermutet überall Symbole aus fremden Sphären, leidet unter ausgeprägtem Verfolgungswahn und landet schließlich zwischendurch in einer Klinik. Wahn und Wirklichkeit mischen sich in Serges Wahrnehmungen, (»Was ist schon Wahrheit? Ein Gefühl, das vorübergeht.»), zudem lähmt ihn eine Kreativitätsblockade.