Museum der 80er
Zurück zur Natur, lautet das propagierte Lebensmotto. Alternative Lebensformen abseits des hektischen Großstadtlebens werden durchexerziert, die Besinnung auf traditionelle Werte spielt eine ganz wichtige Rolle. Birgit Vanderbeke, die seit 1993 mit ihrer Familie in der Nähe von Uzès in Südfrankreich lebt, spiegelt ein wenig das Lebensgefühl der links-alternativen Szene der 80er Jahre. Songs der Band Ton Steine Scherben laufen wie eine Hintergrundmusik durch die Handlung, alles wird auf seine Wiederverwertbarkeit geprüft, mithin der Wegwerfmentalität vehement der Kampf angesagt.
Herrlich komisch und bitterernst zugleich liest sich dieser Roman, diese leicht skurrile Mischung aus Aussteiger- und Liebesgeschichte. Wie leicht angegraute Pfadfinder, die mit einem unversiegbaren Pioniergeist ausgestattet sind, tummeln sich der eher schweigsame Czupek und seine examinierte Logopädin durchs idyllische Landleben, ganz nach dem Motto aus der bekannten Autowerbung: Nichts ist unmöglich.
Einmal holt Adam dann aber doch zur großen intellektuellen Volte aus: »Wenn der Sinn weg ist, kannst du den Verstand gleich hinterher schmeißen.« Ein Kerl, den man am liebsten ins Museum stellen möchte, weil er einer aussterbenden Spezies angehört. Und einen leicht musealen Charme kann man auch Birgit Vanderbekes Roman nicht absprechen.

