Aus jedem Handeln ergeben sich Konsequenzen
Genau hier setzt die Grundaussage von Watsons Romans an: Jede Handlungen eines Einzelnen beeinflusst zugleich auch das Leben von anderen, fremden Menschen. Nach diesem Prinzip ist die gesamte Struktur von Elf Leben ausgerichtet: Xavier wird eines Tages Zeuge einer Prügelei an einem Jungen. Verhindern kann er sie allerdings nicht. Dies führt dazu, dass die Mutter des Jungen, eine Journalistin, so erzürnt über die Attacke gegen ihren Sohn ist, dass sie,völlig ungerechtfertigt, eine niederschmetternde Kritik über ein Restaurant in der Stadt schreibt. Der negative Artikel wiederum verärgert den Besitzer des Restaurants so sehr, dass er infolge eines Wutanfalls einer Aushilfe in seinem Laden, dem Teenager Julius, kündigt. Damit der übergewichtige Junge sich weiterhin seine Fitnessstudiobesuche leisten kann, stiehlt er einige Tage später einem Mann in der U-Bahn das Handy. Und auch diese Handlung zieht weitere Konsequenzen nach sich.
Nach und nach spannt sich somit eine Schnur von Ereignissen, die die elf verschiedenen Personen miteinander verbindet. Im Zentrum des Ganzen steht dabei stets Xavier, über dessen Vergangenheit der Leser ebenso etwas erfährt wie über die gegenwärtigen Entwicklungen in seinem Leben, der aufkeimenden Liebe zu seiner Putzfrau Pippa. Sie macht ihm klar, dass der Rückbezug auf sich selbst keine gelungene Lebenshaltung ist. Xavier beginnt sich durch sie zu verändern und mit seinem Wandeln geht auch die Botschaft des gesamten Romans einher: Manchmal ist es eben notwendig, sich in das Leben anderer einzumischen und damit den Lauf der Dinge bewusst zu beeinflussen.